Siemens Energy liefert operative Nachrichten, bevor am Dienstag die Zahlen kommen. Beim Stromlink NeuConnect ist ein wichtiger Baustein erledigt: Alle Transformatoren sind an ihren Zielorten. Für die Aktie zählt nun, ob der Rückenwind aus Netzausbau und Energienachfrage die hohen Erwartungen weiter trägt.
NeuConnect nimmt Form an
Das Unternehmen hat alle 14 Transformatoren für NeuConnect ausgeliefert. Der letzte Koloss mit einem Gewicht von jeweils 200 Tonnen traf in Wilhelmshaven ein. Die Einheiten gehen an die Umrichterstandorte in Deutschland und Großbritannien.
NeuConnect soll die erste direkte Stromverbindung zwischen beiden Ländern werden. Die Leitung ist auf 1,4 Gigawatt ausgelegt und soll nach der für 2028 geplanten Inbetriebnahme rechnerisch rund 1,5 Millionen Haushalte versorgen. Ein großer Teil der Seekabel liegt bereits.
Für Siemens Energy ist das mehr als ein Projektfortschritt. Der Auftrag passt genau in den Kerntrend, der den Konzern derzeit trägt: Stromnetze müssen ausgebaut, stabilisiert und grenzüberschreitend besser verzahnt werden. Netztechnik bleibt damit ein zentraler Wachstumstreiber.
Aktie hält hohes Niveau
An der Börse blieb die Reaktion am Montag verhalten. Die Aktie schloss bei 178,68 Euro und legte damit 0,33 Prozent zu. Seit Jahresanfang steht trotzdem ein Plus von 45,50 Prozent auf der Tafel.
Das erklärt die vorsichtige Stimmung vor den Quartalszahlen. Nach dem starken Lauf ist viel Erwartung im Kurs. Die Aktie handelt nur knapp unter ihrem Jahreshoch und liegt zugleich deutlich über wichtigen Durchschnittswerten.
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Konkret beträgt der Abstand zum Hoch knapp fünf Prozent, während der Kurs rund zehn Prozent über dem kurzfristigen Durchschnitt liegt. Der RSI von 53,6 signalisiert dabei keine extreme Überhitzung. Es ist eher eine Lage der erhöhten Aufmerksamkeit als ein klarer Warnimpuls.
Rückkäufe laufen weiter
Parallel zum operativen Fortschritt kauft Siemens Energy weiter eigene Aktien zurück. In der vergangenen Woche erwarb der Konzern 795.065 Papiere. Die gewichteten Durchschnittskurse lagen zwischen 179,01 Euro und 185,67 Euro.
Seit dem Start des laufenden Programms summieren sich die Rückkäufe auf 11.616.675 Aktien. Die Größenordnung macht das Programm zu einem sichtbaren Faktor in der Kapitalstruktur. Es ersetzt aber nicht die operative Messlatte, die der Markt an den Konzern legt.
Am 12. Mai legt Siemens Energy die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal vor. Für das Gesamtjahr peilt das Management weiter ein Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent und einen Nettogewinn von etwa 4 Milliarden Euro an.
Der strukturelle Rückenwind bleibt stark. Der weltweite Strombedarf von Rechenzentren könnte laut IEA bis 2030 auf 950 Terawattstunden steigen. Der Rekord-Auftragseingang von 17,6 Milliarden Euro im ersten Quartal zeigte bereits, wie stark Gasturbinen und Netztechnik gefragt sind.
Der Dienstag liefert nun den nächsten Abgleich zwischen Projektfortschritt, Auftragstrend und Bewertung. Bestätigt der Konzern seine Margen- und Wachstumsstory, bleibt das hohe Kursniveau besser unterfüttert; schwächere Details bei Ergebnisqualität oder Ausblick würden nach der starken Rally dagegen schneller ins Gewicht fallen.
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