KI-Rechenzentren saugen den Markt für Gasturbinen leer. Siemens Energy profitiert massiv von diesem neuen Super-Zyklus. Parallel dazu schlägt die Sorgen-Tochter Gamesa plötzlich wieder Alarm. Bei der Windkraft drohen harte Einschnitte.
Super-Zyklus dank Künstlicher Intelligenz
Der globale Energiehunger treibt das Geschäft im Segment Gas Services an. Ein Viertel der neuen Aufträge stammt bereits von Betreibern großer Datencenter. Vorstandschef Christian Bruch sieht den Höhepunkt dieser Entwicklung noch lange nicht erreicht. Er rechnet mit einem Boom bis zum Jahr 2035.
Um die Bestellflut zu bewältigen, baut Siemens Energy massiv aus. Die Kapazitäten für große Turbinen stiegen um fast die Hälfte. Bei mittelgroßen Anlagen hat das Management die Produktion sogar verdoppelt. Kunden drängen auf schnelle Lieferungen. Sie stornieren aktuell keine Aufträge.
Gamesa schlägt Alarm
Ein völlig anderes Bild zeigt sich bei Gamesa. Spartenchef Vinod Philip warnt vor einem Mangel an Offshore-Aufträgen in Europa. Der Ausbau stockt massiv.
Die Folge: Ab 2028 muss das Unternehmen möglicherweise europäische Kapazitäten kappen. Nach Schätzungen des Konzerns fehlen der EU bis 2030 rund 40 Gigawatt, um ihre Ziele zu erreichen. Allein in Deutschland wackeln zahlreiche Großprojekte.
Immerhin gibt es einen Lichtblick. Gamesa soll im Jahr 2026 endlich die Gewinnschwelle erreichen. Das Team hat die teuren Qualitätsprobleme bei Onshore-Anlagen mittlerweile gelöst.
Milliarden-Gewinn und Analysten-Lob
Die operativen Zahlen stützen den Optimismus des Vorstands. Im abgelaufenen Jahresviertel kletterte der Umsatz auf 10,3 Milliarden Euro. Der Gewinn sprang auf 835 Millionen Euro. Für das gesamte Jahr peilt das Management einen milliardenschweren Überschuss an.
Auch Analysten reagieren positiv. Die Deutsche Bank bestätigte gestern ihr Kaufsignal und sieht das Kursziel bei 200 Euro. Analyst Gael de-Bray hält Sorgen über Überkapazitäten für völlig unbegründet. Er verweist stattdessen auf das margenstarke Servicegeschäft des Konzerns.
Aktionäre verarbeiten derweil einen Rücksetzer. Nach den jüngsten Verlusten notiert das Papier bei 151,36 Euro. Auf Jahressicht steht jedoch weiterhin ein massives Plus von fast 77 Prozent. Der Kurs hält sich damit stabil über der wichtigen 200-Tage-Linie.
Die kommenden Monate verlangen dem Management einen harten Spagat ab. Während die Turbinensparte die Kapazitäten für den KI-Boom hochfährt, muss Gamesa das europäische Offshore-Geschäft neu ausrichten. Erreicht die Sorgen-Tochter wie geplant ihren Break-even, verliert das Papier seinen größten Bremsklotz.
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