Siemens Energy hat seinen milliardenschweren Aktienrückkauf abgeschlossen – doch die Börse reagiert verhalten. Statt Kauflaune zeigen Anleger Gewinnmitnahmen. Die Aktie verlor am Freitag 2,73 Prozent auf 162,60 Euro. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 6,40 Prozent.
Was nach einem Signal der Stärke klingt, entpuppt sich als klassischer Fall von „buy the rumor, sell the fact“.
Rückkauf vollzogen, Partner verlängert
Zwischen dem 4. März und dem 19. Mai 2026 erwarb Siemens Energy 12,6 Millionen eigene Aktien – rund 1,47 Prozent des Grundkapitals. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 158,50 Euro. Das Programm war von zwei auf drei Milliarden Euro aufgestockt worden.
Parallel dazu verlängerte der Zulieferer Asta Energy seine Partnerschaft mit Siemens Energy vorzeitig bis 2032. Asta investiert in Kapazitätserweiterungen in Indien, China und Bosnien. Eine langfristige Absicherung der Lieferketten.
Rekordaufträge, gemischte Analysten
Operativ läuft es für den Konzern. Der Auftragsbestand erreichte rund 154 Milliarden Euro – ein Rekord. Im zweiten Quartal 2026 lag der Auftragseingang mit 17,7 Milliarden Euro deutlich über den erwarteten 15,6 Milliarden Euro. Die Sparte Grid Technologies peilt eine Ergebnismarge von 18 bis 20 Prozent an.
Die Analystenmeinungen bleiben gespalten. JPMorgan stuft die Aktie mit „Overweight“ und einem Kursziel von 225 Euro ein. Berenberg empfiehlt den Kauf mit Ziel 200 Euro. Barclays bleibt mit einem Kursziel von lediglich 110 Euro deutlich skeptischer.
Die Volatilität der Aktie liegt bei knapp 50 Prozent. Kein Wunder, dass viele Anleger nach der jüngsten Rallye Kasse machen. Auf Jahressicht notiert Siemens Energy immer noch 92,47 Prozent im Plus – eines der stärksten Papiere im DAX.
Gamesa bleibt der Bremsklotz
Das Management prognostiziert für 2026 ein Umsatzplus von 14 bis 16 Prozent und einen Gewinn von rund 4 Milliarden Euro. Die Sanierung von Siemens Gamesa macht Fortschritte – die operativen Verluste schrumpfen. Der Free Cashflow bleibt mit minus 654 Millionen Euro aber negativ.
Die nächsten Quartalszahlen erscheinen am 5. August 2026. Dann zeigt sich, ob der Auftragsboom auch in steigende Margen mündet.
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