Siemens Energy setzt heute ein klares Signal: Der Energietechnikkonzern hat den Startschuss für eine neue Rückkauftranche gegeben — und das, während die Aktie rund 19 Prozent unter ihrem Allzeithoch notiert. Das Timing ist kein Zufall.
Eine Milliarde Euro bis September
Konkret erwirbt Siemens Energy ab sofort eigene Anteile im Volumen von bis zu einer Milliarde Euro. Abschluss: spätestens 30. September 2026. Die Tranche ist Teil eines deutlich größeren Programms — bis zum Geschäftsjahr 2027/28 sollen insgesamt bis zu 6 Milliarden Euro an Aktionäre zurückfließen, davon allein bis zu 3 Milliarden in den nächsten zwölf Monaten.
Möglich macht das eine stark verbesserte Liquidität. Im zweiten Quartal sprang der Free Cashflow vor Steuern um 42 Prozent auf knapp 2 Milliarden Euro. Die Rückkäufe dienen teils der Bedienung von Belegschaftsprogrammen, teils sollen Anteile eingezogen werden.
Berenberg sieht 29 Prozent Luft nach oben
Flankierend zum Rückkaufstart hat Berenberg seine Kaufempfehlung bekräftigt und das Kursziel von 200 auf 205 Euro angehoben. Gemessen am aktuellen Kurs von 159,26 Euro entspricht das einem Aufwärtspotenzial von rund 29 Prozent.
Die Analysten stützen ihren Optimismus auf den Rekord-Auftragsbestand von 154 Milliarden Euro. Besonders die Sparte Grid Technologies profitiere vom weltweiten Netzausbau — angetrieben durch den Energiehunger neuer Rechenzentren in den USA. Margenstarke Serviceverträge sollen die Profitabilität weiter stützen.
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Camlin-Übernahme rundet die Strategie ab
Parallel zur Kapitalrückgabe kauft Siemens Energy technologisches Know-how zu. Am 2. Juni wurde die Übernahme der nordirischen Camlin Group vereinbart — ein Spezialist für Netzüberwachung und Datenanalyse mit rund 650 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 90 Millionen Britischen Pfund. Der Deal soll Ende 2026 abgeschlossen sein und die Kompetenz im Bereich intelligenter Stromnetze stärken.
Die Aktie selbst befindet sich trotz der operativen Stärke in einer Konsolidierungsphase. Mit einem Minus von knapp 13 Prozent in den vergangenen 30 Tagen und einem Abstand von über fünf Prozent zum 50-Tage-Durchschnitt spiegelt der Kurs die fundamentale Entwicklung derzeit nicht wider. Auf Sicht von zwölf Monaten steht allerdings noch ein Plus von rund 80 Prozent zu Buche.
Am 5. August legt Siemens Energy die Zahlen zum dritten Quartal vor — dann wird sich zeigen, ob der Auftragsbestand in entsprechende Margen übersetzt werden konnte.
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