Siemens Energy hat sein Aktienrückkaufprogramm beendet. Zwischen dem 4. Juni und dem 14. August erwarb der Konzern insgesamt 6.467.098 eigene Aktien, das entspricht 0,751 Prozent des Grundkapitals.
Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 154,63 Euro je Aktie, das Gesamtvolumen bei knapp einer Milliarde Euro. Abgewickelt wurden die Käufe über die Handelsplätze Xetra, CBOE DXE, Aquis Exchange und Turquoise Europe, wie aus einer Mitteilung nach EU-Marktmissbrauchsverordnung hervorgeht.
Neue Werke in den USA
Parallel treibt Siemens Energy den Ausbau seiner Produktionskapazitäten in den USA voran. Der Konzern investiert insgesamt 510 Millionen US-Dollar in verschiedene amerikanische Standorte. Ein Teil davon fließt in ein neues Werk für Hochspannungsschaltanlagen im Mississippi County Rankin, das mit 300 Millionen Dollar Investitionsvolumen mehrere hundert neue Arbeitsplätze schaffen soll.
Bei einem Spatenstich am 17. Juli in Pearl, Mississippi, war auch Gouverneur Tate Reeves zugegen. Zusätzlich entsteht in Fort Worth, Texas, für 190 Millionen Dollar ein Fertigungs-Hub für Elektroausrüstung, die speziell für Rechenzentren ausgelegt ist – mit rund 46.450 Quadratmetern Fläche und bis zu 800 Arbeitsplätzen.
Insgesamt sollen die US-Investitionen Siemens Energy zufolge über 1.500 Stellen schaffen. Weitere Erweiterungen sind in North Carolina, Florida und New York geplant.
Diese Investitionsoffensive fällt in eine Phase, in der die Nachfrage nach Energieinfrastruktur für Rechenzentren rasant zunimmt. Der Ausbau von Kapazitäten für Hyperscaler und KI-Anwendungen treibt derzeit ganze Zulieferketten an – von Netztechnik über Schaltanlagen bis zu Kühlungslösungen. Siemens Energy positioniert sich mit den neuen US-Standorten gezielt in diesem Wachstumssegment.
Kurs nahe am 50-Tage-Durchschnitt
Die Aktie schloss am Montag bei 162,76 Euro, ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag. Damit notiert das Papier rund 4,7 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 155,38 Euro – ein Hinweis darauf, dass sich der kurzfristige Aufwärtstrend nach der jüngsten Erholungsphase fortsetzt. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, erreicht im April, fehlen der Aktie derzeit noch rund 17 Prozent.
Markenwandel und globale Bedeutung
Neben den operativen Nachrichten kündigte Siemens Energy zudem einen neuen Markennamen an: Omterra. Der Konzern verweist dabei auf seine globale Bedeutung für die Stromversorgung – nach eigenen Angaben basiert etwa ein Sechstel der weltweiten Stromerzeugung auf Technologie von Siemens Energy. Das Unternehmen ist seit Mai 2020 eigenständig und notiert seit September desselben Jahres an der Frankfurter Börse.
Für Anleger bündeln sich damit mehrere Entwicklungslinien: Der Abschluss des Rückkaufprogramms signalisiert Kapitaldisziplin, die US-Investitionen zeigen strategisches Wachstum im datengetriebenen Energiegeschäft, und der geplante Markenwechsel deutet auf eine strukturelle Neuausrichtung des Konzerns hin.
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