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Siemens Energy Aktie: 300 Millionen Lizenzgebühren sparen

Der DAX-Konzern firmiert zu Omterra um und spart dadurch früher als erwartet hohe Lizenzgebühren. Analysten sehen Potenzial für die Profitabilität.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Umbenennung zu Omterra beschlossen
  • Wegfall der Lizenzzahlung an Siemens
  • JPMorgan bestätigt Overweight-Rating
  • Quartalszahlen am 5. August erwartet

Der DAX-Konzern kündigte am 14. Juli 2026 an, sich gemeinsam mit seiner Tochter Siemens Gamesa unter einer neuen Marke zusammenzuführen. Die Umfirmierung beginnt noch in diesem Jahr und soll sich über eine Übergangsphase von rund anderthalb Jahren erstrecken. Hintergrund ist ein zeitlich begrenzter Lizenzvertrag zur Nutzung des Namens Siemens, der eigentlich bis zum Ende des Jahrzehnts gelaufen wäre und nun nicht verlängert wird.

Wegfall der Lizenzgebühr als Margentreiber

Für das Recht, den Konzernnamen Siemens zu tragen, zahlte das Unternehmen bislang 1,2 Prozent seines Umsatzes an die Siemens AG. Im Geschäftsjahr 2024/25 entsprach das rund 300 Millionen Euro. Mit dem Wechsel zu Omterra entfällt diese Zahlung früher als ursprünglich vorgesehen. Die Kosten für das Rebranding selbst sollen unter dieser Summe bleiben. Vorstandschef Christian Bruch bezeichnete das Unternehmen als strategisch, operativ und finanziell gut aufgestellt und sprach von einem richtigen Zeitpunkt für den Namenswechsel. Siemens Energy beschäftigt rund 105.000 Mitarbeiter in über 90 Ländern und erzielte 2025 einen Umsatz von 39,1 Milliarden Euro.

Die Analysten von JPMorgan reagierten prompt und bestätigten ihre Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 235 Euro. Analyst Phil Buller begründete dies damit, dass die Umbenennung zu einem früheren Margenanstieg führe, weil die Lizenzgebühren wegfallen – ursprünglich sei dieser Effekt erst für 2030 erwartet worden. Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Konzern ein Gewinnziel von rund vier Milliarden Euro an. Die nächsten Quartalszahlen, für das dritte Quartal 2026, sind für den 5. August 2026 angesetzt.

Kurs reagiert verhalten auf die gute Nachricht

An der Börse sorgte die Ankündigung zunächst für spürbaren Auftrieb, ehe sich die Bewegung wieder beruhigte. Zum Schluss des Dienstagshandels notierte die Aktie bei 153,88 Euro. Auf Wochensicht steht damit ein moderates Plus von 0,44 Prozent zu Buche, während der Titel auf Monatssicht mit minus 0,35 Prozent leicht im Minus liegt. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursgewinn dagegen auf 25,31 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar auf 65,57 Prozent.

Vom 52-Wochen-Hoch bei 195,54 Euro, erreicht am 24. April 2026, ist die Aktie derzeit noch 21,31 Prozent entfernt. Zum 52-Wochen-Tief von 84,62 Euro vom 2. September 2025 beträgt der Abstand dagegen 81,85 Prozent. Der Kurs notiert damit 6,35 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 164,31 Euro und auch unter dem 100-Tage-Durchschnitt von 162,75 Euro, liegt aber 7,49 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 143,16 Euro. Der RSI von 45,2 signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Marktlage, während die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 60,76 Prozent auf anhaltend hohe Schwankungsbreite hindeutet. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 129,43 Milliarden Euro.

Ausblick auf die kommenden Monate

Für Anleger bleibt der Namenswechsel zu Omterra vor allem wegen seiner finanziellen Nebenwirkung interessant: Der Wegfall der Lizenzzahlung verschafft dem Konzern nach Einschätzung von JPMorgan früher als gedacht mehr Spielraum bei der Profitabilität. Ob sich dieser strukturelle Effekt auch in den Zahlen zum dritten Quartal am 5. August niederschlägt, dürfte die nächste wichtige Wegmarke für die Aktie sein, die sich seit dem Rekordhoch im April in einer Konsolidierungsphase befindet.

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