Siemens Energy liefert starke operative Zahlen und zieht beim Aktienrückkauf das Tempo an. Der Markt reagiert trotzdem kühl. Der Grund liegt weniger im aktuellen Geschäft als in der Bewertung und in der Frage, wie sauber der Konzern die Windkraftprobleme abarbeitet.
Am Freitag schloss die Aktie bei 169,18 Euro. Auf Wochensicht verlor sie 5,13 Prozent, bleibt über zwölf Monate aber mit 116,34 Prozent klar im Plus. Nach so einem Lauf reichen gute Zahlen nicht automatisch für neue Käufer.
Mehr Geld für eigene Aktien
Siemens Energy plant für das laufende Geschäftsjahr nun Rückkäufe von bis zu drei Milliarden Euro. Bisher lag der Rahmen bei bis zu zwei Milliarden Euro. Das Gesamtprogramm bis 2028 bleibt bei sechs Milliarden Euro.
Der Konzern begründet das höhere Tempo mit dem starken Mittelzufluss. Vom ursprünglich geplanten Volumen für 2025/26 ist der Großteil bereits genutzt. Einschließlich der im März gezahlten Dividende sollen Aktionären rund 3,6 Milliarden Euro zufließen.
Das ist ein starkes Signal. Es zeigt, dass der Vorstand dem Cashflow mehr zutraut als noch vor wenigen Monaten. Gleichzeitig steigt damit die Erwartung, dass der operative Schwung anhält.
Cashflow und Aufträge tragen
Der Cashflow vor Steuern sprang im zweiten Quartal um 42 Prozent auf 1,98 Milliarden Euro. Siemens Energy profitierte dabei auch von Anzahlungen für neue Aufträge. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit rund acht Milliarden Euro.
UBS ordnet diese Prognose deutlich über den bisherigen Markterwartungen ein. Die Bank verweist auf eine hohe Nachfrage nach Gasturbinen, Netztechnik und Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Das passt zum Bild der vollen Bücher.
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Der Auftragseingang lag im Quartal bei 17,749 Milliarden Euro und damit 29,5 Prozent über dem Vorjahr. Er übertraf auch den Analystenkonsens von 15,6 Milliarden Euro. Das ist operativ die wichtigste Stütze der Investmentstory.
Der Auftragsbestand erreichte 154 Milliarden Euro. Parallel dazu baut Siemens Energy die nordamerikanische Produktion aus. Rund eine Milliarde US-Dollar soll in neue Kapazitäten fließen, unter anderem in ein Werk für Hochspannungsschaltanlagen in Mississippi.
Gamesa bleibt der Prüfstein
Der kritische Punkt bleibt Siemens Gamesa. Die Windkrafttochter reduzierte den operativen Verlust zuletzt auf 46 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr peilt der Konzern den Break-even an.
Damit rückt das zweite Halbjahr in den Mittelpunkt. Gelingt die Stabilisierung, sinkt ein wichtiger Bewertungsabschlag. Kommt es erneut zu Belastungen, dürfte der Markt die hohen Erwartungen schneller infrage stellen.
Die Bewertung lässt wenig Spielraum. Für 2026 steht ein erwartetes KGV von 42,73 im Raum. Auf Basis des gemeldeten Jahresüberschusses 2025 läge das laufende KGV beim aktuellen Kurs sogar deutlich höher.
Am 5. August 2026 will Siemens Energy voraussichtlich die Zahlen zum dritten Geschäftsquartal vorlegen. Bis dahin prägen zwei Punkte den Kurs: der Abbau der Gamesa-Verluste und die Frage, wie viel Marge aus dem Rekordauftragsbestand wirklich hängen bleibt.
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