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Symbolbild, KI-generiert

Siemens Energy Aktie: 25 Prozent Gasaufträge aus Rechenzentren

KI-Boom beschert Siemens Energy volle Auftragsbücher im Gasgeschäft. CEO Bruch warnt vor Deutschlands Rückstand bei Rechenzentren.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Über 25% Gasaufträge aus Rechenzentren
  • Bruch kritisiert Deutschlands KI-Infrastruktur
  • Europas Rechenzentrumskapazität soll sich verdoppeln
  • Aktie mit 27% Plus seit Jahresstart

Mehr als ein Viertel aller Gasaufträge kommt inzwischen aus dem Rechenzentrumssektor. Siemens Energy profitiert direkt vom globalen KI-Infrastrukturboom — und CEO Christian Bruch nutzt das als Bühne für eine scharfe Warnung an den Standort Deutschland.

Rechenzentren dominieren das Gasgeschäft

Der Wandel ist konkret messbar. Über 25 % des Auftragsbestands im Bereich Gas Services entfallen auf die Energieversorgung von Rechenzentren. Im Netzgeschäft liegt dieser Anteil noch unter 10 %.

Hinter dem Wachstum stecken die großen Tech-Konzerne. Alphabet, Meta, Amazon und Microsoft planen für 2026 gemeinsam rund 800 Milliarden USD an Infrastrukturinvestitionen. McKinsey prognostiziert bis 2030 weltweite Ausgaben von bis zu 7 Billionen USD für den Ausbau von Datenkapazitäten. Siemens Energy liefert die Gasturbinen für die Stromversorgung dieser Standorte.

Bruchs Warnung: Deutschland riskiert den Anschluss

Trotz voller Auftragsbücher klingt Bruch alarmiert. Deutschland verfügt aktuell über rund 3 Gigawatt Rechenzentrumskapazität — davon nur 500 Megawatt für KI-Anwendungen. Geplant sind 6 Gigawatt. Ob das reicht, ist fraglich.

Als Beispiel nennt Bruch das gestoppte Rechenzentrum von Edgeconnex in Maintal bei Frankfurt. Das Projekt scheiterte an Streitigkeiten um ein geplantes Gaskraftwerk. Die Folge: Softbank investiert 50 Milliarden USD in Frankreich — nicht in Deutschland.

Bruch fordert klare nationale Ziele. Nur so lasse sich das Training von KI-Modellen auf Basis industrieller Daten im Land halten.

Europas Strombedarf explodiert

Das Problem beschränkt sich nicht auf Deutschland. EU-Kommissar Dan Jörgensen will die europäische Rechenzentrums­kapazität von 12 auf 28 Gigawatt ausbauen — bis Anfang der 2030er Jahre. Der Stromverbrauch des Sektors liegt heute bei 2,5 % des EU-weiten Bedarfs. Bis 2030 könnte er sich verdoppeln.

International zeigt Irland, wohin die Reise geht. Rechenzentren verbrauchen dort bereits über 20 % des gesamten Stroms. Im Raum Dublin sind es rund 50 %. Die Internationale Energieagentur erwartet, dass der weltweite Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf 950 Terawattstunden steigt — doppelt so viel wie heute.

Aktie mit starkem Jahresplus, aber unter Hochs

Die Aktie notiert bei 155,70 € und liegt damit seit Jahresbeginn rund 27 % im Plus. Vom April-Hoch bei 195,54 € ist sie allerdings noch über 20 % entfernt. Das durchschnittliche Analystenpreis­ziel liegt bei 186,30 €. Aktuelle Quartalszahlen folgen am 5. August 2026 — dann dürfte auch der Rechenzentrums­anteil im Auftragsbestand wieder genau unter die Lupe kommen.

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