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Siemens Energy Aktie: 21 Prozent unter April-Hoch

Siemens Energy erhebt Reservierungsgebühren für Turbinen nur bei europäischen Kunden, nicht in Deutschland. Die Windtochter Gamesa nähert sich der Gewinnzone.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Reservierungsgebühren nur für EU-Kunden
  • Deutsche Kunden zahlen keine Extra-Gebühren
  • Gamesa soll 2026 Gewinnschwelle erreichen
  • Aktie 21 Prozent unter April-Hoch

Der weltweite Hunger nach Energie für KI-Rechenzentren treibt die Nachfrage nach Gasturbinen auf neue Höchststände. Siemens Energy reagiert mit einer ungewöhnlichen Preispolitik — und macht dabei einen klaren Unterschied zwischen deutschen und europäischen Kunden.

Reservierungsgebühren: Ja, aber nicht für alle

Wer als europäischer Energieversorger Turbinenkapazitäten bei Siemens Energy sichern will, zahlt Reservierungsgebühren in Millionenhöhe. Das Unternehmen hat diese Praxis eingeführt, um die knappe Produktionskapazität zu steuern.

Für deutsche Kunden gilt die Ausnahme. Siemens Energy verzichtet auf diese Gebühren und begründet das mit seiner Verantwortung für die deutsche Energiewende. Bemerkenswert: Deutsche Aufträge machen weniger als zehn Prozent der gesamten Gasturbinen-Produktion aus. Der finanzielle Verzicht ist also überschaubar — das politische Signal dahinter jedoch deutlich.

CEO Christian Bruch hatte zuletzt öffentlich gewarnt, Deutschland könnte beim Ausbau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur ins Hintertreffen geraten. Die Sonderregelung lässt sich als direkte Antwort auf diese Sorge lesen.

Gamesa auf dem Weg zur Gewinnschwelle

Neben dem Gasturbinen-Geschäft gibt es Bewegung bei Siemens Gamesa. Die Windkraft-Sparte, die den Konzern jahrelang belastet hat, soll 2026 wieder die Gewinnschwelle erreichen. Als operativer Beleg: Alle 100 Turbinen für den britischen Offshore-Windpark Sofia sind installiert.

Das sind kleine, aber konkrete Schritte nach einer langen Verlustphase.

Kurs weit unter Aprilhoch

An der Börse spiegelt sich die operative Dynamik nur bedingt wider. Die Aktie notiert aktuell bei 153,46 Euro — rund 21 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro, das Ende April erreicht wurde. Auf Jahressicht liegt das Plus bei knapp 25 Prozent, auf Dreißig-Tage-Sicht steht ein Minus von fast 14 Prozent.

Der 50-Tage-Durchschnitt bei 168,70 Euro liegt spürbar über dem aktuellen Kurs. Das zeigt: Die jüngste Schwäche hat die mittelfristige Aufwärtsdynamik vorerst gebrochen.

Die nächste Bewährungsprobe kommt mit den Quartalszahlen — und der Frage, ob Gamesa den angekündigten Turnaround tatsächlich liefert.

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