Starke Aufträge aus der Wüste, schwächelnde Kurse in Frankfurt. Bei Siemens Energy klaffen operative Erfolge und die Marktreaktion am Mittwoch auseinander. Ein neuer Großauftrag trifft auf hartnäckige Spekulationen über einen radikalen Konzernumbau.
2,6 Gigawatt für den Nahen Osten
Der Konzern liefert umfangreiche Kraftwerkstechnik für das Sultanat Oman. Der Vertrag umfasst mehrere Gasturbinen der F-Klasse sowie zugehörige Generatoren. Diese Anlagen fließen in zwei neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerke. Die Standorte steigern die Stromerzeugung des Landes erheblich. Das Projekt liefert eine geplante Gesamtkapazität von 2,6 Gigawatt. Ein langfristiger Servicevertrag bindet Siemens Energy für 20 Jahre an die Anlagen.
Milliarden-Sparte vor der Abspaltung
Parallel zum Tagesgeschäft diskutiert der Markt die strategische Zukunft des Unternehmens. Laut Medienberichten prüft das Management um Christian Bruch die Sparte „Transformation of Industry“. Diese Abteilung baut unter anderem Kompressoren und Wasserstoff-Elektrolyseure. Im Raum steht eine Teilabspaltung oder ein Börsengang von rund 60 Prozent des Bereichs. Analysten schätzen den Wert dieser Sparte auf 9,5 bis 12,4 Milliarden Euro. Ein solcher Schritt könnte den Konglomeratsabschlag senken. Eine offizielle Bestätigung fehlt bislang.
Kursentwicklung und Berichtssperre
Die Börse reagiert verhalten auf die Neuigkeiten. Die Aktie fällt am Mittwochmittag um 2,21 Prozent auf 163,18 Euro. Die langfristige Bilanz bleibt dennoch stark. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 32,88 Prozent auf der Anzeigetafel. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt intakt.
Heute beginnt für Siemens Energy die sogenannte Berichtssperre. Das Management darf vor den Quartalszahlen keine finanziellen Details mehr kommunizieren. Die Vorlage der Bilanz für das dritte Quartal folgt am 5. August. Marktbeobachter achten dann besonders auf den Auftragseingang der Netztechnik-Sparte. Auch der Sanierungsfortschritt bei der Windtochter Gamesa rückt wieder in den Vordergrund.
