Heute startet Siemens Energy eine großangelegte Investorentour durch Europa. Ziel der Roadshow: die kürzlich angehobenen Jahresziele und die Strategie bis 2030 zu untermauern. Auftakt ist das Berenberg Innovation Seminar in Zürich, weitere Stationen folgen in München, Kopenhagen und Stockholm.
Netzinfrastruktur als Wachstumstreiber
Im Zentrum der Gespräche steht die Rolle des Konzerns als Gewinner des steigenden Strombedarfs durch KI-Rechenzentren. Goldman-Analyst Ajay Patel betont: Siemens Energy profitiert massiv von Investitionen in die Netzwerkinfrastruktur. Patel schätzt das operative Ergebnis für 2030 bereits zehn Prozent über dem Marktkonsens. Er erwartet, dass das Management die mittelfristigen Ziele mit der Bilanzvorlage erneut anheben könnte.
Parallel zur Roadshow konkretisiert sich das Projektgeschäft in Asien. Siemens Energy hat einen Vertrag mit der Mai-Liao Power Corporation in Taiwan abgeschlossen. Der Auftrag umfasst vier Gasturbinen, Dampfturbinen und Generatoren für zwei Kraftwerksblöcke – Gesamtkapazität: 2.400 Megawatt. Hinzu kommen langfristige Serviceverträge. Die neuen Einheiten sollen fünf Prozent der taiwanischen Stromerzeugung abdecken und Kohlekraftwerke ersetzen.
Finanzziele bestätigt, Kurs konsolidiert
Siemens Energy rechnet für 2026 mit einem Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro. Der freie Cashflow vor Steuern liegt bei etwa 8 Milliarden Euro. Die erste Tranche des Aktienrückkaufs über 2 Milliarden Euro ist abgeschlossen. Bis 2028 sollen bis zu 6 Milliarden Euro in eigene Aktien fließen.
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Die Aktie notierte am Montag bei 159,98 Euro – ein Minus von 1,6 Prozent. Das Papier hatte im April mit 188 Euro ein Rekordhoch erreicht und ist seitdem 14,9 Prozent gefallen. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 30 Prozent.
Marktbeobachter sprechen von einer technischen Konsolidierung. Der Kurs bewegt sich stabil oberhalb der 100-Tage-Linie bei 159 Euro, der RSI liegt mit 62 im neutralen Bereich. Die laufende Roadshow gilt als Test für das Vertrauen des Kapitalmarkts – besonders mit Blick auf die Sanierung der Windtochter Siemens Gamesa.
Die nächsten Quartalszahlen erscheinen am 5. August. Bis dahin dürften Meldungen zu weiteren Großprojekten den Nachrichtenfluss bestimmen.
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