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Siemens Energy Aktie: 17,7 Mrd. Auftragseingang im Q2

Siemens Energy verzeichnet Rekordaufträge und hebt Prognose an, doch die Aktie fällt aufgrund hoher Bewertung und Gewinnmitnahmen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Auftragseingang übertrifft Analystenerwartungen deutlich
  • Prognose für Gesamtjahr 2026 angehoben
  • Hohes KGV belastet Aktienkurs
  • Gamesa belastet mit negativem Free Cashflow

Rekordaufträge, angehobene Prognose — und trotzdem fällt die Aktie. Bei Siemens Energy klafft gerade eine auffällige Lücke zwischen operativer Stärke und Marktreaktion.

Zahlen, die eigentlich begeistern sollten

Der Auftragseingang im zweiten Quartal 2026 belief sich auf 17,7 Milliarden Euro — deutlich über dem Analystenkonsens von 15,6 Milliarden Euro. Getrieben wurde das vor allem durch starke Nachfrage in der Energietechnik und bei Netzlösungen. Das Segment Grid Technologies erwartet ein Umsatzwachstum von 25 bis 27 Prozent mit einer Marge zwischen 18 und 20 Prozent.

Der Quartalsumsatz stieg um gut drei Prozent auf 10,29 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie verdoppelte sich auf 0,89 Euro. Für das Gesamtjahr 2026 hebt das Management die Prognose an: Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, Gewinn nach Steuern von rund 4 Milliarden Euro.

Bewertung als Bremsklotz

Was Anleger bremst, ist nicht die operative Lage — es ist der Preis, den der Markt dafür verlangt. Das aktuelle KGV liegt bei über 60. Selbst wenn man auf das für 2027 erwartete KGV von 29,7 schaut, bleibt die Bewertung ambitioniert für einen Industriewert.

Hinzu kommt ein strukturelles Problem bei der Windkrafttochter Gamesa: Der Free Cashflow lag im abgelaufenen Quartal bei minus 654 Millionen Euro. Das trübt das Gesamtbild trotz voller Auftragsbücher merklich.

Die Aktie verlor am Donnerstag 4,36 Prozent auf 166,76 Euro — damit gehörte Siemens Energy zu den schwächsten DAX-Werten des Tages, während Rheinmetall und Infineon zulegten. Nach einer Kursrally von knapp 98 Prozent in zwölf Monaten sitzen viele Investoren auf erheblichen Gewinnen. Kein Wunder, dass solche Nachrichten Gewinnmitnahmen auslösen.

JPMorgan bleibt optimistisch

JPMorgan-Analyst Phil Buller ließ sich vom Kursrückgang nicht beirren. Die Bank bestätigte ihre „Overweight“-Einstufung mit einem Kursziel von 225 Euro — deutlich über dem aktuellen Kurs von 167 Euro und auch über dem Analysten-Median von 186,30 Euro. Buller verwies auf asiatische Investoren, die das Wachstumspotenzial rund um Künstliche Intelligenz und Rechenzentren als Kurstreiber sehen.

Der Kurs bewegt sich aktuell praktisch auf Höhe des 50-Tage-Durchschnitts, liegt aber rund elf Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 188 Euro. Seit Jahresbeginn steht noch ein Plus von 36 Prozent zu Buche.

Am 5. August legt Siemens Energy die nächsten Quartalszahlen vor. Bis dahin richtet sich der Blick auch auf die Dividende: Analysten erwarten für 2026 eine Ausschüttung von 1,84 Euro je Aktie — nach 0,70 Euro im Vorjahr.

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Diskussion zu Siemens Energy

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.