Siemens Energy tastet sich an eine wichtige Chartmarke heran. Am Freitag schloss die Aktie bei 161,00 Euro, ein Minus von 0,4 Prozent. Damit liegt sie hauchdünn unter dem 100-Tage-Durchschnitt bei 161,87 Euro – dieser Widerstand entscheidet, wohin die Reise als Nächstes geht.
Gelingt der Ausbruch, rückt das 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro wieder in den Blick. Seit Jahresbeginn steht bereits ein Plus von 34 Prozent zu Buche. Nach unten stützt der 50-Tage-Durchschnitt bei 155,26 Euro. Der RSI von 56,8 signalisiert einen neutralen Bereich – Raum für Bewegung in beide Richtungen.
CO2-Preise sollen stabil bleiben
Rückenwind kommt aus der Politik. Am Freitag wurde bekannt, dass Deutschland die CO2-Preise bis 2027 stabil halten will. Für Siemens Energy als Technologielieferant der Dekarbonisierung ist das ein wichtiges Signal.
Mehr Planungssicherheit kann Industriekunden zu Investitionen bewegen. Das würde direkt dem Segment „Transformation of Industry“ nutzen.
Netzausbau: Frist läuft am 24. August ab
Im Segment Grid Technologies zählt vor allem der Ausbau der Stromnetze. Am 24. August endet die Konsultationsphase der Bundesnetzagentur für den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans 2037/2045.
Der Entwurf sieht einen deutlichen Ausbau des Höchstspannungsnetzes vor. Zusätzliche Offshore-Anbindungen kommen hinzu. Siemens Energy hatte im Juni bereits den Zuschlag für eine 2-GW-Konverterplattform erhalten – zusammen mit einer deutschen Werft.
Der Markt beobachtet nun genau, wie viele der 159 vorgeschlagenen Maßnahmen am Ende bestätigt werden. Entscheidend ist die langfristige Auslastung der Grid-Produktion. Die Vorlaufzeiten dort liegen bereits bei drei Jahren und mehr.
Termine der kommenden Woche
Für die neue Handelswoche stehen zwei makroökonomische Termine im Fokus:
- Dienstag: Der ZEW-Index zeigt, wie Finanzmarktexperten den deutschen Industriestandort einschätzen.
- Freitag: Die europäischen Inflationsdaten könnten die Zinserwartungen beeinflussen – relevant für kapitalintensive Infrastrukturprojekte des Konzerns.
Der Markt verfolgt außerdem, ob Siemens Energy weitere Details zur Markenstrategie nennt. Auch die geplante Kapazitätserweiterung bei Gasturbinen steht im Blick. Das Management hatte zuletzt zusätzliche Produktionseinheiten ab 2027 angekündigt.
Die Aktie steht damit an einer klaren Weggabelung. Ein nachhaltiger Sprung über 161,87 Euro würde den Weg zum bisherigen Jahreshoch freimachen. Bleibt der Ausbruch aus, dürfte der 50-Tage-Durchschnitt bei 155,26 Euro als nächste Haltelinie dienen.
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