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Siemens Energy Aktie: 154 Milliarden Euro Auftragsbestand

Siemens Energy beschleunigt sein Aktienrückkaufprogramm auf drei Milliarden Euro. Die Aktie fällt trotz starker Zahlen und Gamesa reduziert Verluste.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktienrückkauf auf drei Milliarden erhöht
  • Gamesa schrumpft Verlust deutlich
  • Rekord-Auftragsbestand von 154 Milliarden
  • Rechenzentren-Boom treibt Netzgeschäft

Siemens Energy meldet starke Zahlen und beschleunigt sein Aktienrückkaufprogramm. Aktionäre reagieren am Freitag dennoch mit Verkäufen. Die Aktie fällt um 4,7 Prozent auf 169,68 Euro. Das trübt die langfristige Bilanz kaum. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 38 Prozent auf der Anzeigetafel.

Der Konzern profitiert enorm vom Boom bei Künstlicher Intelligenz. Rechenzentren brauchen Strom. Das treibt die Nachfrage nach Netztechnik. Der Free Cashflow vor Steuern kletterte im zweiten Quartal um 42 Prozent.

Die Folge: Das Management reagiert auf die vollen Kassen. Siemens Energy kauft im laufenden Geschäftsjahr eigene Aktien für bis zu drei Milliarden Euro zurück. Bisher waren zwei Milliarden Euro eingeplant.

Das Gesamtvolumen des Rückkaufprogramms bleibt bei sechs Milliarden Euro. Der Konzern drückt lediglich aufs Tempo. Zusammen mit der März-Dividende fließen so 3,6 Milliarden Euro an die Anteilseigner.

Gamesa dämmt Verluste ein

Ein genauer Blick lohnt sich bei der kriselnden Windkrafttochter Siemens Gamesa. Der Auftragseingang blieb mit 846 Millionen Euro stabil. Wichtiger ist die Entwicklung beim Ertrag.

Der Verlust vor Sondereffekten schrumpfte deutlich. Er lag bei 44 Millionen Euro. Im Vorjahr verbuchte die Sparte noch ein Minus von 249 Millionen Euro.

Die Verlustmarge verbesserte sich von minus 9,2 auf minus 1,7 Prozent. Siemens Energy verweist auf eine höhere Produktivität und straffere Kosten im Windgeschäft. Erste kommerzielle Aufträge für die neue Turbinen-Plattform stützen die Entwicklung.

Auftragsbücher bis 2030 gefüllt

Im Netzgeschäft brummt der Motor. Allein in der ersten Geschäftshälfte sammelte der Konzern fast zwei Milliarden Euro an Rechenzentrumsaufträgen ein. Die Kapazitäten für Transformatoren sollen bis 2030 um die Hälfte wachsen.

Besonders das US-Geschäft wächst rasant. Die Aufträge verdoppelten sich dort nahezu auf knapp sieben Milliarden Euro. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns erreicht den Rekordwert von 154 Milliarden Euro.

Das schafft Planungssicherheit. Finanzchefin Maria Ferraro meldet eine Auftragsabdeckung von 93 Prozent für das zweite Geschäftshalbjahr 2026. Für das Folgejahr sind bereits knapp 80 Prozent der Kapazitäten ausverkauft.

Druck von Investoren bleibt

Der Turnaround bei Gamesa verläuft planmäßig. Einigen Investoren geht das nicht schnell genug. Der Hedgefonds Ananym Capital fordert eine Abspaltung der Windsparte.

Gamesa belaste die Bewertung des florierenden Kerngeschäfts. Konzernchef Christian Bruch lehnt einen Spin-off ab. Er setzt weiter auf die operative Sanierung.

Im November legt Siemens Energy neue mittelfristige Ziele bis 2030 vor. Parallel dazu veröffentlicht der Konzern die Jahreszahlen. Bis dahin muss das Management beweisen, dass der Break-even bei Gamesa erreichbar bleibt.

Diskussion zu Siemens Energy

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.