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Siemens Energy Aktie: 130 Euro Kursziel-Spanne

Barclays senkt Einstufung auf Underweight, während Jefferies und RBC am Kauf festhalten. Die Aktie notiert unter dem 52-Wochen-Hoch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Barclays rät zum Verkauf
  • Jefferies sieht Kurspotenzial bis 215 Euro
  • Aktie notiert bei 150 Euro
  • Quartalszahlen am 5. August erwartet

130 Euro Unterschied bei den Kurszielen. Selten fallen Analysten bei einer DAX-Aktie so weit auseinander wie aktuell bei Siemens Energy. Die Aktie selbst zeigt sich davon am Dienstag unbeeindruckt und legt zu.

Am Mittag notiert das Papier bei 150,34 Euro, ein Plus von 1,09 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Minus von 4,85 Prozent zu Buche. Der Kurs bleibt damit 23,12 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 195,54 Euro, das er im April markierte.

Zwei Lager, zwei Welten

Barclays-Analyst Vlad Sergievskii sieht den Zenit erreicht. Er stufte die Aktie am Montag auf „Underweight“ herab, hob das Kursziel aber leicht von 110 auf 130 Euro an. Seine Begründung: Der Markt preise bereits ein dauerhaft perfektes Umfeld ein. Sergievskii erwartet, dass Auftragseingang und freier Cashflow schon 2026 ihren Höhepunkt erreichen.

Jefferies und RBC Capital Markets widersprechen deutlich. Jefferies-Analyst Lucas Ferhani bestätigte am 13. Juli sein Kursziel von 215 Euro und das Rating „Buy“. Sein Argument liefert der US-Strommarkt selbst: Netzbetreiber PJM meldete wegen einer Hitzewelle eine Rekord-Spitzenlast von 166 Gigawatt. Das zwang zu Notfallgenehmigungen und Lastreduzierungen. Jefferies sieht darin einen Beleg für den strukturellen Bedarf an Gasturbinen und dezentralen Energielösungen für Rechenzentren.

Was die Zahlen hergeben

Die fundamentalen Wachstumserwartungen bleiben trotz der Kursschwäche hoch. Analysten erwarten für 2026 einen Gewinn je Aktie von durchschnittlich 4,26 Euro. Bis 2028 soll dieser Wert auf 9,20 Euro steigen.

Daraus ergibt sich bei einem erwarteten jährlichen Gewinnwachstum von rund 25 Prozent eine PEG-Ratio von 0,53. Werte unter 1,0 gelten in der Aktienanalyse häufig als Hinweis auf eine Unterbewertung im Verhältnis zum Wachstum. Allerdings hat die Marktkapitalisierung von rund 130 Milliarden Euro bereits viele positive Nachrichten vorweggenommen — genau das ist der Kern von Barclays‘ Skepsis.

Charttechnisch zeigt sich ein gemischtes Bild. Der Kurs liegt 8,47 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 164,25 Euro. Zum 200-Tage-Durchschnitt bei 143,14 Euro besteht dagegen noch ein Polster von 5,03 Prozent. Der RSI notiert bei 42,0 und damit im neutralen Bereich — kein klares Signal in beide Richtungen.

Stille vor den Zahlen

Seit dem 1. Juli befindet sich Siemens Energy in der „Quiet Period“. Offizielle Stellungnahmen des Managements bleiben deshalb vorerst aus. Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf den 5. August 2026, wenn der Konzern seine Zahlen für das dritte Quartal vorlegt.

Diese Zahlen dürften die Debatte entscheiden. Bestätigt sich ein starker Auftragseingang im margenstarken Netzgeschäft, dürfte das die Optimisten stärken. Zeigt sich dagegen eine Abkühlung, wie Barclays sie erwartet, rückt das „Underweight“-Szenario näher. Die durchschnittlichen Kursziele der Analysten liegen derzeit bei 190,30 Euro — ein theoretisches Aufwärtspotenzial von rund 26 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

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