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Siemens Energy Aktie: 12 Gigawatt fehlen im EEG-Entwurf

Neue EEG-Pläne gefährden Windkraftausbau, während Speicher boomen. Die Aktie verliert an Wert, bleibt aber im Plus.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Windkraftbranche warnt vor Investitionsstopp
  • Batteriespeicher-Zubau steigt um 67 Prozent
  • Aktie fällt 13 Prozent vom Allzeithoch
  • EEG-Debatte prägt die Handelswoche

Der Rückenwind aus dem Rekordjahr 2025 verliert an Kraft. Siemens Energy steht vor einer Handelswoche, in der nicht Quartalszahlen oder Großaufträge das Bild prägen — sondern politische Weichenstellungen, die das Kerngeschäft direkt treffen könnten.

BWE schlägt Alarm: Investitionsstopp in Sicht

BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek warnte am Sonntag vor einem massiven Einbruch bei Windenergie-Investitionen. Auslöser sind die aktuellen Gesetzentwürfe von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Das geplante EEG und das sogenannte Netzpaket fehlen laut Verband entscheidende Ausschreibungsvolumina. Konkret: Die im Klimaschutzprogramm angekündigten 12 Gigawatt zusätzlicher Kapazitäten tauchen im Entwurf nicht auf.

Heidebroek zieht Parallelen zur Windkrise von 2017 — und befürchtet diesmal einen noch tieferen Einschnitt. Für Siemens Energy wäre das spürbar. Die Windkraftsparte braucht verlässliche Ausschreibungen, um Kapazitäten auszulasten und Projekte langfristig zu planen.

Speicher boomen, Netzentgelte werden teurer

Nicht alles zeigt nach unten. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Zubau stationärer Batteriespeicher in Deutschland um 67 Prozent auf über 2 Gigawattstunden — ein Rekord. Das stärkt das Geschäft der Division Grid Technologies. Netzstabilität und Speicherlösungen sind dort das Kerngeschäft.

Parallel plant die Bundesnetzagentur eine Reform der Netzentgelte. Hintergrund: Über Pfingsten 2026 drückten massive Solarüberschüsse die Börsenstrompreise ins Negative. Ab 2029 sollen Betreiber von Solaranlagen stärker an den Netzkosten beteiligt werden. Das verändert die Kalkulation für dezentrale Energieprojekte grundlegend.

Makrodaten und Kurslage

Die Aktie hat seit dem Allzeithoch von 188 Euro Ende April rund 13 Prozent verloren. Mit 162,60 Euro liegt sie auch unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 167 Euro. Auf Jahressicht bleibt das Bild mit einem Plus von 32 Prozent dennoch klar positiv.

In der kommenden Woche liefern mehrere Datenpunkte potenziellen Einfluss: Montag kommen deutsche Einzelhandelsumsätze und der US-ISM-Index. Dienstag folgen Inflationsdaten aus der Eurozone — relevant für die EZB-Zinspolitik und damit für die Finanzierungskosten großer Energieprojekte. Den Abschluss bildet Freitag der US-Arbeitsmarktbericht.

Hinzu kommt ein Blick auf die Auftragslage der Branche. Laut ZVEI lagen die Auftragseingänge der Elektro- und Digitalindustrie im April noch 4,7 Prozent unter Vorjahr. Das ist eine Verbesserung gegenüber dem ersten Quartal mit minus 13,2 Prozent. Die Auslandsnachfrage legte um 4,0 Prozent zu. Das Inland bleibt mit minus 13,8 Prozent das Sorgenkind.

Entscheidend für die kommende Woche wird sein, ob das EEG-Thema politisch eskaliert oder sich die Debatte beruhigt. Erste Signale dürften noch vor dem Wochenschluss sichtbar werden.

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