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Siemens Energy Aktie: 1 Gigawatt für Babcock & Wilcox

Siemens Energy liefert 20 Turbinensätze für Rechenzentren. Der Konzern meldet zudem Rekordzahlen im dritten Quartal und bestätigt die Jahresprognose.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Turbinen-Deal mit Babcock & Wilcox
  • Rekordquartal mit starkem Auftragseingang
  • Erstmals positives Quartal bei Siemens Gamesa
  • Jahresprognose trotz Dämpfung bestätigt

Siemens Energy liefert Turbinen für die Rechenzentrums-Revolution. Der Energietechnikkonzern hat mit Babcock & Wilcox eine Vereinbarung über 20 Dampfturbinen-Generatorsätze mit insgesamt einem Gigawatt Kapazität geschlossen. Die Anlagen sind für das FastPower-Programm bestimmt, das Rechenzentren-Projekte mit schneller Energieversorgung ausstattet.

Der Deal zeigt, wie stark der Boom rund um Rechenzentren und künstliche Intelligenz inzwischen auf das Auftragsbuch von Siemens Energy durchschlägt. Babcock & Wilcox setzt mit den Turbinensätzen auf schnell verfügbare Kapazität – ein Segment, das angesichts des explodierenden Strombedarfs von Rechenzentren zunehmend gefragt ist.

Rekordquartal als Rückenwind

Die Vereinbarung mit Babcock & Wilcox fällt in eine Phase, in der Siemens Energy operativ so stark wie selten zuvor unterwegs ist. Am vergangenen Mittwoch hatte der Konzern Zahlen für das dritte Geschäftsquartal vorgelegt, die die Erwartungen deutlich übertrafen: Der Auftragseingang kletterte auf 17,9 Milliarden Euro, der Umsatz stieg auf 11,4 Milliarden Euro – ein vergleichbares Wachstum von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis vor Sondereffekten mehr als verdreifachte sich auf 1.623 Millionen Euro.

Auch beim Nettogewinn zeigte sich der Sprung deutlich: Er stieg auf 1.188 Millionen Euro nach 697 Millionen Euro im Vorjahresquartal, das Ergebnis je Aktie kletterte auf 1,28 Euro von 0,71 Euro.

Der freie Cashflow vor Steuern schnellte auf 2.319 Millionen Euro nach 419 Millionen Euro im Vorjahr. Der Gesamt-Auftragsbestand des Konzerns erreichte 162 Milliarden Euro, das Book-to-Bill-Verhältnis lag bei 1,57 – Siemens Energy holt also deutlich mehr Aufträge herein, als es abarbeitet.

Seit der Zahlenvorlage hat die Aktie leicht nachgegeben, um 1,3 Prozent. Aktuell notiert das Papier bei 160,94 Euro und damit rund 18 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das im April markiert wurde. Auf Jahressicht steht dennoch ein Plus von 34 Prozent, über zwölf Monate hat sich der Kurs um 64 Prozent verteuert.

Gas-Sparte und Windkraft-Tochter als Treiber

Besonders kräftig läuft das Geschäft mit Gasturbinen: Die Sparte Gas Services verzeichnete im Quartal Aufträge über 15 Gigawatt, der feste Backlog bei Gasturbinen wuchs auf 69 Gigawatt. Parallel hob die Sparte Grid Technologies ihre Margenprognose für das Geschäftsjahr auf 18 bis 20 Prozent an, der Auftragsbestand dort liegt bei 51 Milliarden Euro.

Für Anleger dürfte vor allem die Entwicklung der einstigen Problemtochter Siemens Gamesa interessant sein: Die Windkraft-Sparte erzielte erstmals seit dem Geschäftsjahr 2022 wieder ein positives Quartalsergebnis, ermöglicht durch striktere Kostenkontrolle, ein wachsendes Servicegeschäft und den Rückzug aus fehleranfälligen Onshore-Baureihen. Der Konzern strebt für das Gesamtjahr einen Break-even der Sparte an.

Für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Siemens Energy die Prognose: ein vergleichbares Umsatzwachstum von 14 bis 16 Prozent, eine Marge vor Sondereffekten von 10 bis 12 Prozent sowie ein Nettogewinn von rund 4 Milliarden Euro.

Vorstandschef Christian Bruch dämpfte allerdings die Erwartungen für das laufende vierte Quartal: Die Margen dürften sich nach dem außergewöhnlich starken dritten Quartal wieder auf das Niveau der ersten Jahreshälfte einpendeln, auch der Auftragseingang werde niedriger ausfallen als zuvor.

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Diskussion zu Siemens Energy

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

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