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Siemens Energy: 17,9 Milliarden Auftragseingang

Siemens Energy meldet Rekordzahlen im dritten Quartal, doch die Analystenmeinungen zur Aktie gehen auseinander. Die Kursziele der Banken weichen deutlich voneinander ab.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Rekordwerte bei Umsatz und Auftragseingang
  • Erstmals Gewinn bei Siemens Gamesa
  • Deutsche Bank erhöht Kursziel auf 210 Euro
  • Oddo BHF senkt Ziel auf 175 Euro

Siemens Energy hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die bislang stärksten Zahlen der Unternehmensgeschichte vorgelegt. Die Reaktion der Analysten fällt dennoch gespalten aus: Die Deutsche Bank erhöhte ihr Kursziel am Freitag auf 210 Euro und bestätigte die Kaufempfehlung, während Oddo BHF am selben Tag von 187 auf 175 Euro herunterstufte und bei „Neutral“ verharrt. Die Aktie schloss am Freitag bei 153,50 Euro und damit 21,44 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 195,38 Euro, das sie am 24. April erreicht hatte. Seit Jahresbeginn steht trotz des Rückschlags ein Plus von 27,49 Prozent.

Rekordquartal, geteiltes Echo

Der Auftragseingang kletterte im Berichtsquartal auf 17,9 Milliarden Euro, ein Allzeithoch für den Konzern. Der Umsatz erreichte mit 11,4 Milliarden Euro ebenfalls den höchsten je in einem Quartal erzielten Wert. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 1.188 Millionen Euro – ein deutlicher Sprung gegenüber dem Vorjahresquartal. Besonders bemerkenswert: Die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa schrieb erstmals seit dem vierten Quartal des Geschäftsjahres 2022 wieder schwarze Zahlen und bleibt nach Unternehmensangaben auf Kurs, im laufenden Geschäftsjahr die Gewinnschwelle zu erreichen.

Auf bereinigter Basis, also vor Sondereffekten, mehr als verdreifachte sich das Ergebnis auf 1.623 Millionen Euro gegenüber 497 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Getragen wurde das Wachstum vor allem von Rekordaufträgen im Bereich Gas Services sowie kräftigen Zuwächsen bei Grid Technologies und Transformation of Industry.

Auftragsberg und Kassenzufluss

Die Book-to-Bill-Ratio lag bei 1,57 – der Konzern gewinnt also deutlich mehr Aufträge, als er abarbeitet. Der Auftragsbestand wuchs dadurch auf 162 Milliarden Euro. Parallel verbesserte sich der freie Cash Flow vor Steuern auf 2.319 Millionen Euro, gestützt durch Kundenvorauszahlungen im Zuge des starken Auftragseingangs. Für Anleger ist das ein wichtiges Signal: Die Finanzierung künftigen Wachstums steht auf solider operativer Basis, nicht auf externer Verschuldung.

Konzernchef Christian Bruch sagte gegenüber Bloomberg, die Nachfrage nach Gasturbinen bleibe auch im kommenden Jahr stark. Künstliche Intelligenz sei ein wichtiger Absatzmarkt, aber nicht der einzige Treiber – die globale Elektrifizierung wirke als breiterer Wachstumsimpuls über mehrere Segmente hinweg.

Ausblick angehoben, Markenwechsel im Hintergrund

Siemens Energy bestätigte die Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2026: Das vergleichbare Umsatzwachstum soll zwischen 14 und 16 Prozent liegen, die Gewinnmarge vor Sondereffekten zwischen 10 und 12 Prozent – mit Tendenz zum oberen Ende der Spanne. Der Nettogewinn wird auf rund 4 Milliarden Euro taxiert, der freie Cash Flow vor Steuern auf etwa 8 Milliarden Euro. Innerhalb der Segmente hob der Konzern die Margenerwartung für Grid Technologies auf 18 bis 20 Prozent an, bei einem erwarteten Umsatzwachstum von 25 bis 27 Prozent.

Im Hintergrund läuft der angekündigte Markenwechsel weiter: Siemens Energy und Siemens Gamesa sollen künftig unter dem gemeinsamen Namen „Omterra“ auftreten, der Rollout beginnt im späteren Jahresverlauf. Finanziell spielt dabei eine Rolle, dass jährliche Lizenzgebühren von rund 300 Millionen Euro an die Siemens AG künftig entfallen.

Für Anleger bleibt die Kernbotschaft des Quartals: Operativ läuft es beim Energietechnikkonzern so gut wie nie zuvor, die Kurskorrektur seit dem Aprilhoch spiegelt eher gestiegene Erwartungen als operative Schwächen. Die Auffassungen darüber, wie viel davon bereits im Kurs steckt, gehen unter Analysten allerdings erkennbar auseinander.

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Diskussion zu Siemens Energy

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.