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Siemens Energy: 17,9 Milliarden Auftragseingang im Q3

Siemens Energy verzeichnet Rekordquartal mit Milliardenaufträgen und profitiert vom KI-Infrastruktur-Boom. Analysten sehen weiteres Kurspotenzial.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie steigt über vier Prozent
  • Rekordquartal mit 17,9 Mrd. Euro Aufträgen
  • Großauftrag für Rechenzentren erhalten
  • Analysten sehen Kurspotenzial bis 250 Euro

Siemens Energy hat am Mittwoch kräftig zugelegt. Die Aktie stieg im Tagesverlauf um mehr als vier Prozent auf über 165 Euro und markiert damit einen weiteren Baustein in der bemerkenswerten Erholung des Titels.

Auslöser war ein Rekordquartal: Der Auftragseingang kletterte im dritten Geschäftsquartal auf 17,9 Milliarden Euro, der Umsatz stieg um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Der Gewinn lag bei 1,19 Milliarden Euro. Hinzu kommt ein neuer Großauftrag über ein Gigawatt für Rechenzentren, der die Nachfrage aus dem KI-Infrastrukturboom unterstreicht.

Rechenzentren als Wachstumstreiber

Der Bedarf an Energieversorgung für Rechenzentren entwickelt sich zu einem zentralen Nachfragetreiber für Siemens Energy. Der jüngste Großauftrag über ein Gigawatt Leistung fällt in eine Phase, in der der Stromverbrauch für KI-Infrastruktur in den USA laut Berichten auf ein Rekordhoch steigt.

Auch Wettbewerber Vestas profitiert von diesem Trend: Der Windturbinenhersteller meldete für das zweite Quartal einen Umsatzanstieg von 26,1 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro und einen Auftragseingang von 3.349 Megawatt, ein Plus von 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Vestas hob daraufhin seine Margenprognose für 2026 auf 7 bis 9 Prozent an und legte ein neues Aktienrückkaufprogramm über 400 Millionen Euro auf. Die guten Zahlen aus der Windbranche wirkten am Mittwoch zusätzlich stützend auf Siemens Energy, da die Tochter Siemens Gamesa im Windgeschäft engagiert ist.

Auch die charttechnische Lage hat sich zuletzt verbessert, was zusätzliches Kaufinteresse ausgelöst haben dürfte. Am Markt wird das Zusammenspiel aus starken Quartalszahlen, dem Großauftrag im Rechenzentrumsgeschäft und der positiven Branchenentwicklung bei Vestas als Kombination gewertet, die den Titel stützt.

Analysten sehen weiteres Potenzial

Mehrere Analysehäuser haben ihre Einschätzung zu Siemens Energy zuletzt angepasst. Evercore taxiert das Kursziel auf 250 Euro, die Deutsche Bank auf 210 Euro und Morgan Stanley auf 195 Euro. Bernstein-Analyst Chad Dillard sieht für Siemens Energy ein Kursziel von 210 Euro. Die Bandbreite der Kursziele liegt damit spürbar über dem aktuellen Kursniveau von 163,62 Euro und signalisiert aus Analystensicht weiteres Aufwärtspotenzial.

Der Kurs notiert nun rund 5,5 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 155,13 Euro, was die kurzfristige positive Dynamik unterstreicht. Seit Jahresbeginn steht bei Siemens Energy ein Plus von knapp 36 Prozent zu Buche. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 131,5 Milliarden Euro.

Ausblick

Für Anleger bleibt die Kombination aus Rekordauftragseingang, Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft und positiven Signalen aus der Windkraftbranche der zentrale Treiber der Kursentwicklung. Die von mehreren Häusern genannten Kursziele deutlich über dem aktuellen Niveau könnten das Interesse institutioneller Investoren weiter befeuern, sofern sich die operative Dynamik in den kommenden Quartalen fortsetzt.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.