Siemens Mobility setzt massiv auf die Digitalisierung im Schienengeschäft. In München-Allach präsentierte das Unternehmen die neue Lokomotive „Vectron X“. Anleger honorieren die technologische Erneuerung am Donnerstag mit deutlichen Kursgewinnen.
Die neue Lokomotive fungiert laut CEO Michael Peter als „Computer auf Rädern“. Sie nutzt Echtzeit-Daten und App-basierte Werkzeuge zur Steuerung. Ein integrierter 11,6-Zoll-Smart-Screen dient als zentrale Schnittstelle für das Personal.
Der Konzern investierte rund 250 Millionen Euro in das modernisierte Rail Service Center. Die Kapazität für Generalüberholungen steigt dadurch auf 80 Revisionen pro Jahr. Bisher waren an diesem Standort lediglich 25 Wartungen jährlich möglich.
Die Prozessoptimierung spart massiv Zeit. Eine Generalüberholung dauert künftig nur noch etwa zehn Tage. Zuvor benötigte Siemens für diesen Vorgang oft vier bis sechs Wochen.
Abseits der Technik sorgt Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe für Diskussionen. Er berät die EU-Kommission zum Thema Künstliche Intelligenz. Anti-Korruptions-Organisationen kritisieren mögliche Interessenkonflikte durch Snabes private Aktienanteile an KI-Firmen. Die EU-Kommission verweist indes auf etablierte Sicherheitsvorkehrungen gegen solche Risiken.
Die Siemens-Aktie steigt am Donnerstagvormittag um drei Prozent auf 264,40 Euro. Damit rückt das 52-Wochen-Hoch von 280 Euro wieder in Sichtweite. Im bisherigen Jahresverlauf legte der Wert bereits um fast zehn Prozent zu.
Der Kurs notiert aktuell rund neun Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Die operative Dynamik im Bahngeschäft stützt diesen Aufwärtstrend. Die Marke von 260 Euro dient nun als kurzfristige Unterstützung für die weitere Kursentwicklung.
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