Siemens hat die Abspaltung von Siemens Healthineers konkretisiert — und dabei gleichzeitig klargemacht, wie viel noch offen ist. Der Fahrplan steht, das entscheidende Steuer-Okay fehlt.
Hauptversammlung 2027: Später als geplant
Ursprünglich hatte Siemens eine außerordentliche Hauptversammlung noch in diesem Jahr erwogen. Daraus wird nichts. Die Abstimmung über die Healthineers-Abspaltung findet erst auf der ordentlichen Hauptversammlung im Februar 2027 statt.
Der Kern des Deals: Siemens will 30 Prozent der Healthineers-Aktien direkt an seine eigenen Aktionäre übertragen. Damit gibt der Konzern seine aktuelle Mehrheit von 67 Prozent ab. Das Modell ist für Deutschland juristisches Neuland — eine Direktabspaltung nach dem Umwandlungsgesetz, bei der Aktionäre die Anteile steuerfrei erhalten sollen. Den offiziellen Bescheid der Finanzbehörden wartet Siemens noch ab.
Das ist kein Randdetail. Ohne steuerliche Unbedenklichkeit verliert das Modell seinen zentralen Vorteil für Aktionäre.
KI und Robotik auf der Hannover Messe
Parallel läuft vom 20. bis 24. April die Hannover Messe. Siemens präsentiert dort sein Industrial-AI-Portfolio — erstmals in einer eigenen Halle für Industrial-AI-Lösungen.
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Zwei Produkte stehen im Mittelpunkt: der Digital Twin Composer, der auf NVIDIAs Omniverse-Plattform aufbaut und bereits von PepsiCo eingesetzt wird, sowie ein KI-fähiges Industrial Automation DataCenter, das Siemens gemeinsam mit NVIDIA und Palo Alto Networks entwickelt hat. Hinzu kommt eine Kooperation mit dem britischen Unternehmen Humanoid: Die Zusammenarbeit mit NVIDIA hat die Entwicklungszeit für humanoide Roboter von 18 auf sieben Monate gedrückt.
Kursrally und der nächste Test im Mai
Die Aktie hat zuletzt kräftig zugelegt. Mit einem Wochenplus von knapp acht Prozent und einem Schlusskurs von 247,65 Euro liegt der Kurs wieder deutlich über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Das 52-Wochen-Hoch bei 261,55 Euro ist noch rund fünf Prozent entfernt.
Der eigentliche Prüfstein folgt im Mai. Dann legt Siemens seine Quartalszahlen vor — das erste Ergebnis unter der neuen Finanzvorständin Veronika Bienert, die Ralf Thomas Anfang April abgelöst hat. Das Management hat die Jahresprognose bereits angehoben und erwartet ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 10,70 und 11,10 Euro. Der Auftragsbestand liegt bei über 120 Milliarden Euro. Diese Basis muss der Q2-Bericht bestätigen — sonst gerät die Kursrally schnell unter Rechtfertigungsdruck.
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