Rekordzahlen, angehobene Prognose, ein beschleunigter Aktienrückkauf – und trotzdem steht die Siemens-Aktie unter Druck. Der Grund: Der geplante Kontrollverlust bei Siemens Healthineers verunsichert Investoren mehr als die starken Quartalsdaten sie beruhigen. Seit dem Allzeithoch Anfang Februar hat das Papier rund 12 Prozent korrigiert und notiert mit 230,05 Euro inzwischen unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts.
Operativ läuft es besser denn je
Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 fiel beeindruckend aus. Neuaufträge stiegen auf vergleichbarer Basis um 10 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro, der Umsatz legte um 8 Prozent auf 19,1 Milliarden Euro zu. Der Industriegewinn kletterte auf 2,9 Milliarden Euro bei einer Marge von 15,6 Prozent. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 2,22 auf 2,80 Euro.
Besonders dynamisch entwickelte sich das Rechenzentrumsgeschäft. Getrieben von der US-Nachfrage nach Cloud- und KI-Infrastruktur wuchs diese Sparte um 35 Prozent. Allein aus dem amerikanischen Markt sicherte sich Siemens Aufträge im Volumen von 1,8 Milliarden Euro. Unterstrichen wird das Momentum durch einen Rekordauftragsbestand von 120 Milliarden Euro und ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,12 – neue Bestellungen gehen also weiterhin schneller ein als Umsatz realisiert wird.
Das Management zog daraus Konsequenzen und hob die Jahresprognose an: Das Ergebnis je Aktie soll nun zwischen 10,70 und 11,10 Euro landen, nach zuvor 10,40 bis 11,00 Euro. Beim Umsatzwachstum peilt Siemens die obere Hälfte der Zielbandbreite von 6 bis 8 Prozent an.
Healthineers-Umbau überschattet die Zahlen
Warum reagiert der Kurs trotzdem schwach? Die Antwort liegt im geplanten Umbau der Konzernstruktur. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, die Kontrollmehrheit an der profitablen Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers schrittweise abzugeben. In einem ersten Schritt sollen 30 Prozent der Anteile per Spin-off direkt an die eigenen Aktionäre übertragen werden. Mittelfristig soll Healthineers als reine Finanzbeteiligung geführt werden – Siemens positioniert sich damit als fokussierter Technologie- und Softwarekonzern.
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Konkrete Details zu Zeitplan und steuerlicher Ausgestaltung will CEO Roland Busch im zweiten Kalenderquartal 2026 vorlegen. Hauptversammlung und Regulierungsbehörden müssen noch zustimmen. Diese Unklarheiten drücken auf die Stimmung: Anleger wissen noch nicht, wie die Transaktion bewertet wird und welche Implikationen der Kontrollverlust konkret mit sich bringt.
Als Gegenpol zu dieser Unsicherheit tritt Siemens beim Aktienrückkauf auf das Tempo. Bereits 4,4 Milliarden Euro flossen in das Programm, im März werden 18 Millionen eigene Aktien eingezogen. Das Gesamtvolumen von bis zu 6 Milliarden Euro über fünf Jahre wird damit deutlich früher ausgeschöpft als ursprünglich geplant.
Zwei Termine im Fokus
Den nächsten wichtigen Aufschluss liefert die angekündigte Detailpräsentation zur Healthineers-Transaktion, die Busch für das zweite Quartal in Aussicht gestellt hat. Sobald Bewertungsparameter und steuerliche Struktur auf dem Tisch liegen, dürfte ein wesentlicher Teil der aktuellen Unsicherheit wegfallen. Am 13. Mai folgen dann die Q2-Zahlen, die zeigen werden, ob das starke Auftragsmomentum – insbesondere im Rechenzentrumsgeschäft – tragfähig bleibt. Halten beide Termine, was das erste Quartal verspricht, könnte der Abstand zum Allzeithoch deutlich schrumpfen.
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