Siemens hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 den bislang höchsten Auftragseingang der Unternehmensgeschichte verbucht. Der Konzern meldete 27,9 Milliarden Euro, ein Plus von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Der Umsatz legte vergleichbar um 8 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro zu. Auf Basis dieser Entwicklung hob Siemens die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr an: Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll nun zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, nach zuvor 10,70 bis 11,10 Euro.
Die Aktie reagierte auf die Zahlen mit weiterer Stärke. Vorbörslich notierte das Papier bei 283,95 Euro und damit nur rund 2,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro, das erst Anfang August markiert wurde. Über die vergangenen 30 Tage hat der Kurs um 7,4 Prozent zugelegt – ein Beleg dafür, wie stark die Anhebung der Prognose bei Investoren angekommen ist.
Smart Infrastructure treibt das Wachstum
Besonders deutlich zeigt sich der Schwung im Segment Smart Infrastructure, das von der Nachfrage nach Rechenzentren-Infrastruktur profitiert. Siemens erhöhte hier die Guidance für das Geschäftsjahr 2026 gleich doppelt: Das vergleichbare Umsatzwachstum soll nun 10 bis 11 Prozent erreichen, zuvor waren es 8 bis 10 Prozent. Die Ergebnismarge wird mit 18,5 bis 19,5 Prozent veranschlagt, ebenfalls oberhalb der bisherigen Spanne von 18 bis 19 Prozent.
Um diesem Wachstum gerecht zu werden, investiert Siemens 300 Millionen Euro in den Ausbau der Schaltanlagenwerke in Frankfurt sowie in ein neues Zulieferwerk in Offenbach. Bis 2030 sollen dort 700 neue Arbeitsplätze entstehen.
Das Segment Digital Industries bestätigte unterdessen seine Guidance mit einem vergleichbaren Umsatzwachstum von 7 bis 10 Prozent und einer Ergebnismarge zwischen 17 und 19 Prozent. Auf Konzernebene bekräftigte Siemens ein vergleichbares Umsatzwachstum von 6 bis 8 Prozent bei einem Book-to-Bill-Verhältnis über 1.
Großauftrag bei Siemens Mobility
Auch abseits der Digitalsparten lief das Geschäft rund. Siemens Mobility unterzeichnete laut Handelsblatt einen Vertrag mit dem italienischen Schnellzugbetreiber Italo über 26 Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Velaro Multi System im Volumen von 3 Milliarden Euro, ergänzt um einen 30-jährigen Wartungsvertrag.
Eine Option auf 14 weitere Züge besteht zusätzlich. Parallel dazu treibt Siemens Mobility die Übernahme der italienischen Bahntechnik-Gruppe Mermec voran, die bis Ende 2026 abgeschlossen werden soll und deren Signal-, Diagnose- und Messtechnik-Geschäfte erhebliche Synergien versprechen.
Im Vorstand kam es im Laufe des Jahres zu personellen Wechseln: Veronika Bienert übernahm zum 1. April die Rolle der Finanzvorständin von Ralf P. Thomas, während Peter Koerte seit Juli die Verantwortung für Smart Infrastructure von Matthias Rebellius trägt.
Zudem berichtete Business Insider Deutschland von einer Organisationsreform, in deren Zuge zahlreiche Manager ihre C-Titel abgeben müssen – ein Zeichen für einen tiefergehenden Kulturwandel im Konzern.
Rückkaufprogramm untermauert Kapitalstärke
Untermauert wird die positive Geschäftsentwicklung durch ein Aktienrückkaufprogramm von bis zu 6 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren, das zum 1. Juli gestartet ist.
Zusammen mit der ausgebauten Partnerschaft mit NVIDIA zur Entwicklung eines industriellen KI-Betriebssystems, die auf CES 2026 bekannt gegeben wurde, positioniert sich Siemens als profitierender Anbieter im aktuellen KI-Investitionszyklus der Industrie. Die Werksanlage in Erlangen soll dabei als Blaupause für vollständig KI-gesteuerte, adaptive Fertigungsstätten dienen.
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