Siemens schärft sein Profil im europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr und setzt parallel weiter konsequent auf Aktienrückkäufe. Eine neue Partnerschaft in Polen trifft dabei auf einen Bahnmarkt, der sich gerade für Milliardeninvestitionen rüstet. Wie gut passt dieser Schritt in die aktuelle Kapitalmarktstrategie des Konzerns?
Neue Allianz für Hochgeschwindigkeit
Siemens Mobility und der polnische Schienenfahrzeughersteller Newag haben am 26. Januar 2026 ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Damit soll die bestehende Kooperation gezielt auf den Hochgeschwindigkeitssektor ausgeweitet werden.
Kernpunkte der Vereinbarung:
- Zielmarkt: Hochgeschwindigkeitszüge für Polen
- Inhalte des MoU: Know-how-Transfer, technische Bewertungen, gemeinsame Nutzung von Ingenieur- und Fertigungskapazitäten
- Schwerpunkt: Produktion von Hochgeschwindigkeitsfahrzeugen und moderne Wartungskonzepte
Die Unternehmen arbeiten bereits seit fast 15 Jahren zusammen. Sie lieferten unter anderem Metro-Züge nach Warschau und Sofia. Newag setzt zudem bei Antriebssystemen und ETCS-Bordausrüstung auf Technik von Siemens. Das neue MoU knüpft also an eine eingespielte Lieferbeziehung an, geht aber in der Wertschöpfungstiefe deutlich weiter.
Polens Hochgeschwindigkeitspläne als Treiber
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist kein Zufall. Einen Monat zuvor hat PKP Intercity, der polnische Staatsbetreiber, eine Ausschreibung für 20 Hochgeschwindigkeitszüge gestartet. Die Züge sollen:
- eine Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h erreichen
- auf neuen Schnellfahrstrecken des Port-Polska-Programms eingesetzt werden
- optional um bis zu 35 weitere Einheiten für internationale Verbindungen erweitert werden
Die Hürden für potenzielle Anbieter sind hoch. Gefordert wird der nachweisliche Bau von mindestens fünf Zugeinheiten mit 250 km/h Höchstgeschwindigkeit in den vergangenen sieben Jahren, zugelassen in der EU, der Schweiz oder Großbritannien. Angebote müssen bis zum 29. April 2026 eingereicht werden.
Für Siemens und Newag eröffnet sich damit ein strukturell wachsender Markt, in dem die Kombination aus lokaler Fertigungsbasis in Polen und Hochgeschwindigkeits-Know-how aus Deutschland ein schlagkräftiges Paket bilden dürfte.
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Aktienrückkauf läuft weiter
Parallel zur operativen Expansion im Mobility-Geschäft hält Siemens an seiner Kapitalmarktstrategie fest. Am 26. Januar 2026 veröffentlichte das Unternehmen die 102. Zwischenmeldung zum laufenden Aktienrückkaufprogramm, das seit dem 12. Februar 2024 läuft.
In der Woche vom 19. bis 25. Januar 2026 wurden:
- 248.687 Aktien über die beauftragte Bank
- ausschließlich im Xetra-Handel der Frankfurter Wertpapierbörse erworben
Insgesamt beläuft sich die seit Programmstart zurückgekaufte Stückzahl damit auf 20.805.131 Aktien. Der Konzern reduziert damit weiter seine ausstehende Aktienzahl und unterstreicht die Bedeutung von Rückkäufen als festen Baustein der Ausschüttungspolitik neben der Dividende.
Am Markt spiegelt sich diese Mischung aus Wachstumsperspektive und Aktionärsorientierung derzeit in einem moderaten Aufwärtstrend wider: Die Aktie notiert um 254 Euro und liegt damit rund 5 % über dem Niveau zu Jahresbeginn. Vom 52-Wochen-Tief bei gut 175 Euro hat sich der Titel deutlich nach oben abgesetzt.
Wichtige Kennzahlen und Termine
Die aktuelle Lage in komprimierter Form:
- Ereignis: MoU mit Newag zur Entwicklung von Hochgeschwindigkeitszügen
- Datum der Bekanntgabe: 26. Januar 2026
- Zielmarkt: Polen, inkl. potenzieller PKP-Intercity-Ausschreibung
- Aktienrückkauf (19.–25.01.2026): 248.687 Aktien erworben
- Gesamtvolumen Rückkauf seit 12.02.2024: 20.805.131 Aktien
- Aktueller Kurs: ca. 253,95 Euro, rund 10 % über dem 200-Tage-Durchschnitt
Der nächste markante Termin ist der 12. Februar 2026. An diesem Tag legt Siemens die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor und hält die Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025 ab. Dann dürfte klarer werden, wie stark das Mobility-Geschäft in den Zahlen durchschlägt – und wie konsequent der Konzern sein Rückkaufprogramm im neuen Quartal fortführt.
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