Starke Quartalszahlen, ein Aktienrückkaufprogramm im Milliardenwert — und trotzdem ein Kurs unter Druck. Siemens liefert operativ, doch die geplante Abspaltung von Healthineers und ein bevorstehender CFO-Wechsel sorgen für Zurückhaltung am Markt.
Rückkäufe und Rekordaufträge reichen nicht aus
Das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 fiel bemerkenswert aus: Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 19,1 Milliarden Euro, der Auftragsbestand kletterte auf ein Allzeithoch von 120 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 2,22 auf 2,80 Euro. Parallel zieht Siemens mit einem der größten Rückkaufprogramme seiner Geschichte eigene Aktien aus dem Markt — bereits 4,4 Milliarden Euro wurden eingesetzt, allein im März sollen 18 Millionen Papiere eingezogen werden.
Der Kurs spiegelt das bislang nicht wider. Mit rund 219,70 Euro notiert die Aktie rund 16 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch vom Januar und deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts. Die operative Stärke verpufft, weil strukturelle Unsicherheiten das Bild überlagern.
Healthineers-Abspaltung: Vereinfachung mit Risiken
Das zentrale Thema ist die geplante Entflechtung der Medizintechniksparte. Siemens will die Kontrollmehrheit an Siemens Healthineers aufgeben und 30 Prozent der Aktien direkt an die eigenen Aktionäre verteilen. Mittelfristig bliebe nur eine kleinere Beteiligung, die als reine Finanzanlage geführt würde.
Für Healthineers bedeutet das mehr Streubesitz und eine stärkere Eigenständigkeit als reines Medizintechnikunternehmen. Für Siemens selbst winkt eine klarere Fokussierung auf Industrie, Automatisierung und KI-Infrastruktur — ein Profil, das am Kapitalmarkt tendenziell höher bewertet wird. Allerdings fehlen noch konkrete Details: Zeitplan und steuerliche Struktur der Transaktion sollen erst Anfang des zweiten Quartals kommuniziert werden. Hauptversammlungsbeschlüsse und regulatorische Freigaben stehen ebenfalls noch aus.
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Zusätzlich wechselt zum 1. April der CFO: Ralf P. Thomas übergibt das Amt an Veronika Bienert. Marktbeobachter werten den Wechsel inmitten der laufenden Transformation als weiteres Signal für anhaltende Umstrukturierungen.
US-Investitionen und der Blick auf den 13. Mai
Gleichzeitig setzt Siemens international auf Wachstum. Mehr als 165 Millionen US-Dollar flossen in neue und erweiterte Standorte in North und South Carolina — mit 350 neuen Arbeitsplätzen. Die Werke liefern elektrische Infrastruktur für KI-Rechenzentren, von Schutz- und Automatisierungsgeräten bis zu Busway-Systemen, und bedienen damit eines der wachstumsstärksten Segmente im US-Markt.
Der nächste wichtige Termin ist der 13. Mai 2026, wenn Siemens die Q2-Zahlen vorlegt. Bis dahin dürften die angekündigten Spin-off-Details den Kurs stärker bewegen als operative Kennziffern — zumal Analysten für das Gesamtjahr 2026 einen Gewinn je Aktie von 10,94 Euro erwarten. Ob dieser Ausblick trägt, hängt maßgeblich davon ab, wie klar Siemens die Healthineers-Transaktion bis dahin skizzieren kann.
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