Der Industriekonzern agiert derzeit in einem bemerkenswerten Spannungsfeld. Während das operative Geschäft mit einem Rekord-Auftragsbestand glänzt und das Management fleißig eigene Papiere zurückkauft, passen Analysten ihre Erwartungen nach unten an. Gleichzeitig bereitet CEO Roland Busch offenbar eine tiefgreifende Umstrukturierung vor, die den Softwarebereich stärken und Hierarchien abflachen soll.
Strategiewechsel trifft auf starkes Fundament
Im Hintergrund laufen die Planungen für die Strategie „One Tech Company“ auf Hochtouren. Geht es nach aktuellen Medienberichten, plant das Management, die bisherigen Kernsparten Digital Industries und Smart Infrastructure aufzulösen. An ihre Stelle sollen sechs bis sieben kleinere Geschäftsbereiche rücken, die direkt an den Vorstand angebunden sind. Ziel dieser Verschlankung ist der Abbau von Doppelstrukturen sowie eine beschleunigte Vernetzung der digitalen und physischen Infrastruktur.
Operativ liefert das Unternehmen die nötige Stabilität für einen solchen Umbau. Im ersten Quartal 2026 kletterte der Industriegewinn um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Besonders das Automatisierungsgeschäft trieb die Profitabilität im Segment Digital Industries an. Der gesamte Auftragsbestand des Konzerns erreichte zuletzt einen Höchstwert von 120 Milliarden Euro.
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Goldman Sachs korrigiert Kursziel
Trotz der angehobenen Jahresprognose und des prall gefüllten Auftragsbuchs treten Marktbeobachter etwas auf die Bremse. Goldman Sachs bestätigte zwar die grundsätzliche Kaufempfehlung, kappte das Kursziel jedoch deutlich von 286 auf 245 Euro. Die Experten verweisen auf einen gemischten Ausblick für das zweite Quartal, in dem sich unter anderem zeigen wird, wie stark aktuelle Zollbelastungen auf die Margen durchschlagen.
Um den Wert für Anteilseigner zu steigern, setzt das Management derweil sein bis 2029 laufendes Rückkaufprogramm konsequent fort. Allein in der ersten Aprilwoche sammelte die beauftragte Bank knapp 320.000 eigene Anteilscheine über die Börse ein.
Am Aktienmarkt sorgt die Mischung aus operativer Stärke und Umbau-Fantasie für spürbare Bewegung. Nach einer schwächeren Phase seit Jahresbeginn verzeichnete der Kurs heute einen kräftigen Sprung um knapp neun Prozent auf 228,75 Euro. Damit verringert sich das Minus im laufenden Jahr auf rund fünf Prozent. Ob diese Erholungstendenz anhält, entscheidet sich voraussichtlich im Mai. Dann präsentiert der Konzern die Ergebnisse des zweiten Quartals, während CEO Busch die konkreten Umbaupläne mit dem Aufsichtsrat und den Arbeitnehmervertretern besprechen wird.
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