Rekordjagd, Übernahmehunger und eine Prise Ernüchterung – bei Siemens prallen derzeit verschiedene Welten aufeinander. Der Technologiekonzern kauft in Italien groß ein und sammelt Lob von US-Analysten. An der Börse legen Investoren nach dem jüngsten Kurssprung eine Atempause ein.
Zukauf in der Bahntechnik
Siemens Mobility greift in Italien zu. Der Münchener Konzern übernimmt wesentliche Kerngeschäfte der Mermec-Gruppe. Damit wandern rund 1.700 Mitarbeiter und ein Jahresumsatz von etwa 430 Millionen Euro unter das Dach von Siemens. Der Fokus liegt auf Bahnsignaltechnik und digitalen Diagnosesystemen.
Der Abschluss der Transaktion wird für Ende 2026 erwartet. Offizielle Zahlen zum Kaufpreis nennt das Unternehmen nicht. Marktbeobachter taxieren das Volumen des Deals auf über eine Milliarde Euro. Siemens will mit der Übernahme seine Position bei der digitalen Schieneninfrastruktur gezielt ausbauen.
Rückenwind von der Wall Street
Parallel zur M&A-Aktivität erhält die Aktie Rückenwind von Analystenseite. Goldman Sachs hob das Rating kürzlich von „Neutral“ auf „Buy“ an. Die US-Investmentbank lobt vor allem die starke Positionierung bei industrieller Künstlicher Intelligenz. Die Experten erwarten obendrein spürbare Margenverbesserungen.
Operativ präsentiert sich der Konzern zweigespalten. Im zweiten Quartal kletterte der Auftragseingang um 18 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro. Das Umsatzwachstum blieb mit 19,8 Milliarden Euro leicht hinter den Markterwartungen zurück.
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Ein Book-to-Bill-Verhältnis von 1,22 belegt die robuste Nachfrage nach digitalen Industrielösungen. Während die Sparte für smarte Infrastruktur zweistellige Zuwächse verzeichnet, kämpft ausgerechnet der Mobility-Bereich mit Projektverzögerungen. Investoren achten nun verstärkt darauf, wie schnell der hohe Auftragsbestand in echten Cashflow umgewandelt wird.
Konsolidierung auf hohem Niveau
An der Börse fordern die jüngsten Kursgewinne ihren Tribut. Mitte Mai markierte das Papier ein neues 52-Wochen-Hoch bei 272,20 Euro. Seitdem setzen Gewinnmitnahmen ein. Die Aktie ging am Freitag bei 259,00 Euro aus dem Xetra-Handel.
Ein technischer Blick erklärt den Rücksetzer. Mit einem hohen RSI-Wert gilt der Titel kurzfristig als stark überkauft. Trotz der aktuellen Abkühlung steht seit Jahresbeginn ein Plus von 7,5 Prozent auf der Kurstafel. Hält die Unterstützung an der 50-Tage-Linie bei 234,40 Euro, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
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