Siemens liefert operativ starke Zahlen – und trotzdem wirkt die Börse skeptisch. Der Grund liegt weniger im Tagesgeschäft als in einem strategischen Großprojekt: der geplanten Abgabe der Kontrollmehrheit an Siemens Healthineers. Wie gut passt dieser Umbau zu einem Konzern, der gleichzeitig Rekordaufträge meldet und eigene Aktien einzieht?
Starke Zahlen, höhere Prognose
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte Siemens bei Aufträgen und Umsatz zu. Die Gruppenaufträge stiegen auf 21,4 Mrd. Euro (+10%), der Umsatz wuchs um 8%. Im Industriegeschäft kletterte der Gewinn auf 2,9 Mrd. Euro (+15%), die Marge erreichte 15,6%. Das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg von 2,22 auf 2,80 Euro.
Auffällig: Der Auftragsbestand markierte mit 120 Mrd. Euro einen Rekord. Mit einem Book-to-Bill von 1,12 kommen neue Bestellungen schneller herein, als Siemens sie in Umsatz umsetzt – ein wichtiges Signal für die Visibilität der kommenden Quartale. Besonders dynamisch entwickelte sich das Rechenzentrumsgeschäft mit +35% Umsatz, getrieben von der Cloud-Nachfrage in den USA.
Auf Basis des starken Starts hob der Konzern die Prognose für den bereinigten Gewinn je Aktie (vor PPA) auf 10,70 bis 11,10 Euro an. Beim Umsatz sieht CFO Ralf Thomas das Wachstum in der oberen Hälfte der Spanne von 6 bis 8%. Zudem ist eine Dividende von 5,35 Euro je Aktie geplant; Siemens will an der progressiven Dividendenpolitik auch nach der Entkonsolidierung von Healthineers festhalten.
Healthineers-Abgabe: Der strategische Knackpunkt
Der zentrale Umbau: Vorstand und Aufsichtsrat haben einen Plan gebilligt, die Mehrheitsbeteiligung an Siemens Healthineers abzugeben. Vorgesehen ist eine Direktabspaltung von rund 30% der Healthineers-Anteile an Siemens-Aktionäre. Damit würde Siemens die Kontrollmehrheit verlieren und Healthineers mittelfristig nur noch als signifikante Minderheitsbeteiligung halten.
Der Markt muss dabei eine Menge Details erst noch einpreisen. Siemens will Struktur und Zeitplan Anfang des zweiten Quartals 2026 konkretisieren. Zudem braucht es die Zustimmung der Hauptversammlungen beider Unternehmen und die Klärung regulatorischer Fragen. Genau diese Unsicherheit gilt im Quelltext als Belastungsfaktor fürs Sentiment.
Rückkauf läuft, Kurs bleibt dennoch schwach
Parallel zieht Siemens Kapitalmaßnahmen durch: Im März sollen 18 Mio. eigene Aktien eingezogen werden, wodurch sich die Zahl der ausstehenden Aktien auf rund 782 Mio. reduziert. Das stützt das Ergebnis je Aktie rechnerisch, weil sich der Gewinn auf weniger Anteile verteilt.
An der Börse kommt das kurzfristig aber nicht zwingend an. Heute notiert die Siemens-Aktie bei 216,95 Euro (-3,88%). In den vergangenen 30 Tagen steht ein Minus von 13,82% zu Buche, der Kurs liegt zudem rund 13% unter dem 50-Tage-Durchschnitt (249,37 Euro). Im Quelltext werden als zusätzliche Bremsklötze neben dem Transaktionsablauf auch das geopolitische Umfeld genannt.
Konkrete nächste Meilensteine sind damit klar gesetzt: Anfang Q2 2026 will Siemens Details zur Healthineers-Transaktion liefern, und am 13. Mai 2026 folgen die Q2-Zahlen. Gerade dann wird der Markt prüfen, ob das hohe Auftragstempo – vor allem im Rechenzentrumsgeschäft – operativ weiter trägt, während der Konzernumbau parallel voranschreitet.
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