Eigentlich sprechen die Nachrichten der vergangenen Woche für steigende Kurse: Siemens hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen Rekordgewinn im Industriegeschäft erzielt, den Ausblick für das Gesamtjahr angehoben und mehrere Analysten ihre Kursziele deutlich erhöht. Trotzdem gerät die Aktie unter Druck – binnen sieben Tagen verlor sie 4,13 Prozent und notiert aktuell bei 277,10 Euro.
Rekordgewinn und angehobene Jahresprognose
Am Donnerstag legte Siemens seine Q3-Zahlen vor. Das Industriegeschäft erreichte dabei einen Rekordgewinn, woraufhin der Konzern seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 anhob. Reuters führte den anhaltenden Investitionsboom in Künstliche Intelligenz als einen der Treiber hinter der starken Geschäftsentwicklung an. Die Ergebnisse wurden auch auf der Investor-Relations-Seite des Unternehmens veröffentlicht.
Mehr als 200 Millionen Dollar für KI-Rechenzentren in den USA
Nur einen Tag später, am Freitag, kündigte Siemens an, mehr als 200 Millionen US-Dollar in US-Standorte zu investieren, um dort Ausrüstung für KI-Rechenzentren zu fertigen. Reuters berichtete zusätzlich, der Konzern baue damit seine Elektrik-Produktion in den Vereinigten Staaten aus.
Die Investition unterstreicht, wie stark Siemens auf den anhaltenden Nachfrageschub durch den Ausbau von Rechenzentren setzt – ein Geschäftsfeld, das im aktuellen Quartal bereits zu den positiven Überraschungen zählte.
Analysten erhöhen ihre Kursziele
Die Reaktion der Analysten auf das Rekordquartal fiel deutlich positiv aus. Medienberichten zufolge beließ JPMorgan seine Einstufung am Donnerstag auf „Overweight“ und setzte das Kursziel auf 345 Euro.
Einen Tag später zog UBS nach: Medienberichten zufolge hob das Institut sein Kursziel auf 330 Euro an und bestätigte gleichzeitig die Empfehlung „Buy“. Auch die Bank of America erhöhte laut Medienberichten ihr Kursziel und verwies dabei auf die Ergebnisüberraschung sowie den verbesserten Ausblick für das Geschäftsjahr 2026.
Kurs bleibt unter dem Rekordhoch
Trotz der insgesamt positiven Nachrichtenlage bleibt die Aktie spürbar unter ihrem jüngsten Rekordhoch – aktuell fehlen ihr noch 4,86 Prozent bis dorthin. Der Rückschlag der vergangenen Handelstage zeigt, dass selbst ein Rekordquartal mit angehobener Prognose und steigenden Kurszielen nicht automatisch neue Höchststände erzwingt.
Nach dem kräftigen Kursanstieg der vergangenen Monate scheint die Bewertung mittlerweile anspruchsvoll, sodass Anleger einen Teil der guten Nachrichten offenbar bereits eingepreist hatten.
Für die weitere Entwicklung dürfte entscheidend sein, ob sich der von Reuters beschriebene Rückenwind aus dem KI-Investitionsboom in den kommenden Quartalen tatsächlich in weiter steigenden Auftragseingängen niederschlägt.
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