Siemens hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 die bislang stärksten Werte seiner Unternehmensgeschichte vorgelegt. Der Auftragseingang und das Ergebnis erreichten Rekordniveau, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.
Als Konsequenz hob das Management die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr an: Das Ergebnis je Aktie vor Kaufpreisallokationen soll nun zwischen 11,20 und 11,50 Euro liegen, zuvor waren 10,70 bis 11,10 Euro angepeilt.
Zahlen übertreffen die eigenen Erwartungen
Der Auftragseingang stieg im Quartal vergleichbar um 14 Prozent, der Umsatz legte um 8 Prozent zu. Nominal kamen Bestellungen im Volumen von 27,9 Milliarden Euro herein, der Umsatz erreichte 20,8 Milliarden Euro. Damit lag die Book-to-Bill-Ratio bei 1,34 – Siemens erhielt also deutlich mehr Aufträge, als im gleichen Zeitraum abgearbeitet wurden, ein Signal für anhaltendes Wachstum in den kommenden Quartalen.
Auch auf der Ertragsseite zeigte sich der Konzern deutlich verbessert. Der Gewinn im industriellen Geschäft kletterte um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro bei einer Marge von 17,3 Prozent. Der Nettogewinn stieg um 15 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, das Ergebnis je Aktie lag bei 2,93 Euro, bereinigt um Kaufpreisallokationen bei 3,14 Euro.
Besonders die Sparte Smart Infrastructure lieferte: Siemens hob dort die Jahresprognose für das vergleichbare Umsatzwachstum auf 10 bis 11 Prozent an, zuvor waren 8 bis 10 Prozent avisiert, die Margenspanne wurde auf 18,5 bis 19,5 Prozent angehoben.
Healthineers-Abspaltung nimmt Formen an
Neben den Quartalszahlen präsentierte Siemens Fortschritte bei der geplanten Abspaltung von Siemens Healthineers. Nach Angaben von dpa-AFX sind die steuerlichen Fragen mit den Finanzbehörden nun verbindlich geklärt. Die Aktionäre beider Unternehmen sollen im kommenden Jahr auf ihren Hauptversammlungen über den Schritt abstimmen. Weitere Details will Siemens im November zusammen mit den Jahreszahlen veröffentlichen.
Parallel kündigte Vorstandsvorsitzender Roland Busch an, die Verflechtung mit Healthineers auf Führungsebene zu verringern: Die Zahl der Aufsichtsratsmandate von Siemens-Vorstandsmitgliedern bei der Medizintechniktochter soll von drei auf eins sinken. Busch selbst sowie Finanzvorständin Veronika Bienert werden ihre Mandate niederlegen.
Rückenwind auch im Bahngeschäft
Auch operativ lieferte Siemens zuletzt kräftige Impulse. Die Mobility-Sparte unterzeichnete am 20. Juli einen Vertrag mit dem italienischen Bahnbetreiber Italo über die Lieferung von 26 Hochgeschwindigkeitszügen im Volumen von 3 Milliarden Euro. Laut Handelsblatt kommt ein 30-jähriger Wartungsvertrag hinzu, zudem besteht eine Option auf 14 weitere Züge.
Der Konzern setzt zudem sein Aktienrückkaufprogramm fort. Zwischen dem 27. Juli und dem 2. August erwarb Siemens gut 329.000 eigene Aktien, seit Start der neuen Tranche Anfang Juli summiert sich das Volumen auf über 1,47 Millionen Aktien. Das Gesamtprogramm war im Mai mit einem Volumen von bis zu 6 Milliarden Euro angekündigt worden, gestartet ist es zum 1. Juli.
Kurs nahe Rekordhoch
Die Aktie schloss am Freitag bei 283,70 Euro und notiert damit nur noch 2,6 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro, das Anfang August markiert wurde.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 19 Prozent zu Buche. Die Deutsche Bank hatte Anfang August ihre Einstufung mit „Hold“ bestätigt und das Kursziel von 260 auf 270 Euro angehoben – ein Niveau, das der Konzern mit dem aktuellen Kurs bereits überschritten hat.
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