Roland Busch hat eine klare Botschaft: Wer industrielle KI mit Verbraucherregeln bremst, verliert die Investitionen. Siemens-Chef Busch sagte auf der Hannover Messe, der Konzern werde sein Milliarden-Budget für KI vorrangig in die USA und nach China lenken — falls die EU ihren Kurs nicht ändert. Die Aktie reagiert mit einem kräftigen Aufschlag.
Kurs auf Mehrmonatshoch
Mit einem Plus von rund 1,2 Prozent auf 254,80 Euro notiert Siemens auf dem höchsten Stand seit Monaten — rund 25 Prozent über dem 52-Wochen-Tief vom April 2025. Über 30 Tage summiert sich das Plus auf fast 25 Prozent, der 50-Tage-Durchschnitt liegt mittlerweile mehr als elf Prozent darunter. Die Aufwärtsdynamik begann, als die Aktie Mitte April die 200-Tage-Linie nach oben kreuzte.
Busch gegen Brüssel
Buschs Kritik ist konkret: Die EU behandle industrielle KI wie Konsumentenanwendungen und schichte zusätzliche Aufsicht auf Branchen, die bereits eigenen Regeln unterliegen. Siemens plant rund eine Milliarde Euro in industrielle KI zu investieren — und 285 Millionen Dollar davon fließen in US-Fertigung und KI-Rechenzentren, verbunden mit mehr als 900 neuen Facharbeitsplätzen.
Bundeskanzler Friedrich Merz flankierte Busch auf der gleichen Messe und sprach sich für eine Ausnahme industrieller KI aus dem EU-Regelwerk aus. Der EU AI Act tritt am 2. August vollständig in Kraft. Die Europäische Kommission hat zwar Entgegenkommen signalisiert — unter anderem eine Verzögerung der Hochrisiko-KI-Regeln um bis zu 16 Monate — Busch hält das aber für strukturell unzureichend.
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KI bereits im Produkteinsatz
Parallel zur politischen Debatte bringt Siemens konkrete Produkte auf den Markt. Der auf der Hannover Messe vorgestellte Eigen Engineering Agent soll industrielle KI von der Unterstützungsfunktion zur autonomen Ausführung weiterentwickeln und bis zu 50 Prozent Effizienzgewinne bei Automatisierungsaufgaben liefern. Das System ist in das TIA-Portal integriert, das mehr als 600.000 Nutzer zählt, und wurde bereits in Pilotprojekten mit über 100 Unternehmen in 19 Ländern erprobt.
Fundamentale Rückendeckung
Die operative Basis ist solide. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der Industriegewinn um 15 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, die Division Smart Infrastructure steigerte ihre Aufträge auf 7,2 Milliarden Euro — angetrieben durch Rechenzentrumsgeschäft. Der Vorstand hob daraufhin die EPS-Prognose für 2026 auf 10,70 bis 11,10 Euro an.
Die nächste Bewährungsprobe kommt Mitte Mai: Dann legt Siemens die Q2-Zahlen vor — und muss zeigen, ob das Auftragsmomentum aus dem Rechenzentrumsgeschäft anhält.
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