Siemens steht kurz vor einem Rekordhoch. Gleichzeitig kürzt die Deutsche Bank ihr Kursziel. Diese Gegensätze prägen die Tage vor der Vorlage der Quartalszahlen.
Die Aktie schloss am Montag bei 285,70 Euro. Das liegt nur 0,40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 286,85 Euro. Seit Jahresbeginn hat das Papier 19,51 Prozent zugelegt.
Deutsche Bank bremst die Euphorie
Kurz vor der Präsentation der Ergebnisse für das dritte Quartal hat die Deutsche Bank ihr Rating aktualisiert. Analyst Gael de-Bray bleibt bei „Neutral“ (Hold), senkt aber das Kursziel auf 270 Euro. Das liegt rund 5,5 Prozent unter dem aktuellen Kurs.
Als Grund nennt die Bank enttäuschende Signale aus der Medizintechnik. Zusätzlich bleibt die Bank bei der Margenentwicklung in den Kerngeschäften vorsichtig. Auch Morningstar äußerte sich am Montag zurückhaltend und bezifferte den fairen Wert auf rund 240 Euro.
Trotz der starken Kursentwicklung der letzten Monate bleibt die Skepsis bestehen. Die Analysten stellen infrage, ob die Bewertung das aktuelle Gewinnniveau schon vollständig abbildet.
Der Rückkauf läuft weiter
Während die Analysten mahnen, schafft Siemens mit dem laufenden Aktienrückkaufprogramm Fakten. Laut einer Zwischenmeldung vom Montag kaufte der Konzern zwischen Ende Juli und Anfang August weitere 329.226 eigene Aktien über die Börse.
Das Gesamtvolumen des am 1. Juli gestarteten Programms liegt damit bei rund 1,47 Millionen zurückgekauften Anteilen. Diese Kapitalrückführung stützt den Kurs spürbar. Am Montag legte die Aktie um 0,99 Prozent zu und rückt damit näher an ihr Rekordhoch heran.
Umbau in Franken
Parallel zu den Finanzaktivitäten treibt Siemens seinen Konzernumbau voran. In Nürnberg versteigert das Unternehmen aktuell das verbliebene Inventar des geschlossenen Traditionsstandorts Moorenbrunn in einer Online-Auktion.
Rund 2.000 Beschäftigte der Sparte Digital Industries sind bereits an den neuen Siemens-Campus in Erlangen und nach Fürth umgezogen. Das Ziel: moderne Arbeitswelten für bis zu 20.000 Mitarbeiter im Raum Erlangen bündeln. Die Konsolidierung soll Effizienzen heben und den Konzern schlanker machen.
Was die Zahlen zeigen müssen
Die Marktteilnehmer richten den Blick nun auf die kommenden Tage. Im Fokus stehen der Auftragseingang bei Digital Industries und das Geschäft mit Rechenzentren, das zuletzt Wachstumsraten von über 100 Prozent verzeichnete.
Der RSI von 63,3 zeigt eine konstruktive, aber noch nicht überkaufte Marktlage. Ob die Aktie über die Marke von 286,85 Euro ausbricht, hängt davon ab, ob der Vorstand die vorsichtigen Analystenprognosen mit starken operativen Zahlen widerlegen kann.
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