Der Münchner Industriekonzern liefert operative Bestmarken am Fließband, an der Börse herrscht dennoch Skepsis. Während die Auftragsbücher überquellen, sorgt ein geplanter tiefgreifender Konzernumbau für spürbare Zurückhaltung bei den Investoren. Im Zentrum der Unsicherheit steht die anstehende Abspaltung der Medizintechnik-Tochter Healthineers.
Rekordzahlen verpuffen am Markt
Fundamental läuft es für die Münchner glänzend. Im ersten Quartal kletterten die Aufträge um zehn Prozent auf 21,4 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand markiert mit 120 Milliarden Euro sogar einen neuen Höchstwert. Das Unternehmen gewinnt aktuell schneller neue Projekte, als es diese abarbeiten kann.
Diese operative Stärke spiegelt sich im Chartbild derzeit allerdings nicht wider. Auf Monatssicht verlor das Papier knapp 15 Prozent an Wert und schloss am Freitag bei 218,80 Euro. Damit notiert der Titel spürbar unter der viel beachteten 200-Tage-Linie.
Die Krux mit der Abspaltung
Verantwortlich für diese Diskrepanz ist in erster Linie die geplante Umstrukturierung. Siemens will seine Kontrollmehrheit an Healthineers aufgeben und rund 30 Prozent der Aktien direkt an die eigenen Anteilseigner verteilen. Strategisch schärft das den Fokus auf das hochmargige Industrie- und Infrastrukturgeschäft. Kurzfristig schafft der Schritt jedoch Planungsunsicherheit.
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Wichtige Details zu steuerlichen Folgen und den exakten Auswirkungen auf den künftigen Gewinn je Aktie fehlen noch. Solange diese Parameter ungeklärt bleiben, tun sich institutionelle Anleger mit einer klaren Bewertung schwer. Marktbeobachter werten den aktuellen Kursrückgang als direkte Folge dieser fehlenden Berechenbarkeit.
KI-Fantasie und Aktienrückkäufe
Dabei mangelt es nicht an positiven Impulsen. Eine frische Vereinbarung mit dem US-Energieministerium und die Kooperation mit Nvidia zum Bau KI-gesteuerter Fabriken untermauern den technologischen Führungsanspruch. Um der technischen Kursschwäche entgegenzuwirken, drückt das Management zudem beim Aktienrückkauf aufs Tempo. Allein im März zieht der Konzern 18 Millionen eigene Papiere ein. Das stützt den Gewinn pro Aktie rechnerisch und federt den Verkaufsdruck ab. Parallel bereitet sich das Unternehmen auf einen Wechsel im Finanzressort vor: Veronika Bienert übernimmt ab April den Posten der Finanzchefin.
Der nächste wichtige Termin für Investoren ist der 13. Mai. Mit den Zahlen zum zweiten Quartal wird das Management voraussichtlich die konkreten Details zur Healthineers-Transaktion vorlegen. Gleichzeitig rücken dann die Fortschritte bei der Integration des US-Softwareanbieters Altair Engineering in den Fokus, die dem wichtigen Segment Digital Industries langfristig zusätzliches Wachstum bescheren soll.
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