Siemens untermauert zum Start der neuen Handelswoche seine robuste operative Verfassung. Mit einem Rekordauftragsbestand von 132 Milliarden Euro zum Ende des dritten Geschäftsquartals verfügt der Technologiekonzern über ein Polster, das weit in die Zukunft reicht. Diese fundamentale Stärke wird durch ein massives Aktienrückkaufprogramm flankiert, während das Management gleichzeitig tiefgreifende strukturelle Veränderungen in der Führungsebene vorantreibt.
Rekordwerte im operativen Geschäft
Die Zahlen zum dritten Quartal, das den Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni umfasst, verdeutlichen den Wachstumskurs des Münchener Konzerns. Siemens verzeichnete einen Auftragseingang von 27,9 Milliarden Euro, was einem vergleichbaren Plus von 14 Prozent entspricht.
Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung im Segment Industrial Business, dessen Gewinn um 25 Prozent auf den Rekordwert von 3,5 Milliarden Euro stieg. Die entsprechende Marge kletterte auf 17,3 Prozent.
Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist der Bereich Smart Infrastructure. Vor gut zwei Wochen wurde die Prognose für dieses Segment angehoben: Siemens erwartet hier nun ein vergleichbares Umsatzwachstum von 10 bis 11 Prozent bei einer Marge zwischen 18,5 und 19,5 Prozent.
Parallel dazu stärkt Siemens Mobility sein Portfolio durch die Übernahme mehrerer Kerngeschäfte des italienischen Bahntechnikunternehmens Mermec. Diese Sparten, die im Jahr 2025 rund 430 Millionen Euro umsetzten, bringen etwa 1.700 Mitarbeiter in den Konzern ein.
Kapitalrückführung und Marktreaktion
Das Vertrauen der Konzernführung in die eigene Ertragskraft spiegelt sich im aktuellen Aktienrückkaufprogramm wider, das ein Gesamtvolumen von bis zu 6 Milliarden Euro umfasst. Seit dem Programmstart am 1. Juli hat Siemens bereits insgesamt 2.042.937 Aktien zurückerworben. Allein im Zeitraum zwischen dem 10. und 16. August kaufte das Unternehmen 305.200 eigene Anteile über den Handelsplatz Xetra.
An der Börse wird diese Strategie honoriert. Die Siemens-Aktie beendete den Handel am vergangenen Freitag mit einem Plus von 1,7 Prozent bei 280,35 Euro. Damit setzt das Papier seinen positiven Trend fort, der seit Jahresbeginn zu einem Wertzuwachs von 17 Prozent geführt hat. Das Unternehmen notiert damit wieder näher an seinem 52-Wochen-Hoch von 291,25 Euro, das vor gut drei Wochen erreicht worden war.
Wandel in der Führungskultur
Neben der finanziellen Performance treibt der Konzern eine Straffung der internen Hierarchien voran. Medienberichten zufolge verabschiedet sich Siemens von Teilen seiner bisherigen Führungskultur. Demnach müssen hunderte Manager ihre sogenannten C-Titel abgeben, was eine Vereinfachung der Organisationsstruktur signalisiert.
Dieser kulturelle Wandel erfolgt vor dem Hintergrund personeller Neubesetzungen in der obersten Führungsebene. Seit dem 1. Juli verantwortet Dr. Peter Koerte das Vorstandsressort für Smart Infrastructure, nachdem er die Nachfolge von Matthias Rebellius angetreten hat. Bereits am 1. April übernahm Veronika Bienert die Position der Finanzchefin der Siemens AG.
Ergänzt werden diese strategischen Weichenstellungen durch gezielte Beteiligungen, wie etwa den Erwerb von über einer Million Aktien des US-Unternehmens Xometry Inc. durch die Siemens Beteiligungen Inland GmbH für rund 50 Millionen US-Dollar im Rahmen einer Privatplatzierung.
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