Volle Auftragsbücher und ein milliardenschweres Rückkaufprogramm. Eigentlich liefert Siemens genau die Nachrichten, die Investoren hören wollen. Die Aktie rutschte am Freitag dennoch um knapp fünf Prozent ab. Ein genauer Blick auf die Zahlen zeigt den Grund für die Zurückhaltung.
Auf Konzernebene glänzt der Technologiekonzern. Der Auftragsbestand erreichte einen Rekordwert von 124 Milliarden Euro. Parallel dazu stiegen die Gruppenaufträge um 18 Prozent. Das Management kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu sechs Milliarden Euro an. Die Maßnahme soll über die nächsten fünf Jahre laufen.
US-Zölle bremsen Mobility-Sparte
Beim Gewinn zeigt sich ein differenzierteres Bild. Das Nettoergebnis erreichte 2,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr profitierte Siemens noch von einem Unternehmensverkauf. Sorgen bereitet aktuell vor allem die Zugsparte Mobility. Der Umsatz fiel hier um zwei Prozent.
US-Zölle im Rollmaterialbereich belasten das Geschäft. Hinzu kommen Verzögerungen bei großen europäischen Schieneninfrastrukturprojekten. Die Segmentmarge rutschte auf 6,9 Prozent ab. Das Management senkte folglich den Umsatz-Ausblick für Mobility. Die Sparte soll im Gesamtjahr nur noch um fünf bis sieben Prozent wachsen.
Infrastruktur und Software als Zugpferde
Smart Infrastructure liefert derweil eine starke Leistung. Die Bestellungen kletterten auf einen Quartalsrekord von 7,5 Milliarden Euro. Digital Industries hob sogar die Jahresziele an. Dieser Bereich erwartet nun ein Umsatzwachstum von sieben bis zehn Prozent.
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Beim Umsatz verzeichnete Siemens weltweites Wachstum. Amerika führte mit einem zweistelligen Plus. Asien legte ebenfalls zu, getragen von einem Zuwachs von 21 Prozent in Indien. Positiv fällt auch die Liquiditätslage auf. Der freie Cashflow stieg deutlich auf 1,7 Milliarden Euro.
Aktie fällt nach Rekordlauf
Anleger reagierten nervös auf die schwächere Profitabilität im Mobility-Geschäft. Die Siemens-Aktie schloss am Freitag bei 258,70 Euro. Der Kursrücksetzer kommt nicht völlig überraschend. Vor den Zahlen war das Papier stark überkauft. Der RSI-Indikator stand bei über 80 Punkten.
Die Konzernziele für das Jahr bleiben bestehen. Siemens erwartet weiterhin ein bereinigtes Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Im August 2026 folgen die nächsten Quartalszahlen. Dann muss das Management beweisen, wie schnell sich der riesige Auftragsbestand in echten Umsatz verwandelt.
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