Ein Waffenstillstand bröckelt, der Ölpreis springt — und Shell räumt parallel dazu sein letztes Kapitel im Nahen Osten auf. Gleich drei Entwicklungen treffen an diesem Montag zusammen.
Hormuz-Risiko kehrt zurück
Der Auslöser für den Kurssprung ist geopolitischer Natur. Am Sonntag soll ein US-Zerstörer im Golf von Oman auf ein iranisches Frachtschiff geschossen haben. Iran wertete das als Bruch des seit Anfang April geltenden Waffenstillstands. Die Folge: Brent-Rohöl verteuerte sich um 6,5 Prozent auf 96,27 Dollar je Barrel. Die Sorge vor neuen Störungen im Strait of Hormuz — durch den rund 20 Prozent des weltweiten Öls fließen — treibt die Notierungen auf Mehrwochenhochs.
Shell-Aktionäre spüren das positiv. Das Papier legte heute rund 1,8 Prozent auf 37,91 Euro zu. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von fast 18 Prozent zu Buche.
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Syrien-Rückzug mit 200-Millionen-Frage
Parallel läuft die formale Abwicklung des Syrien-Geschäfts. Shell verhandelt laut Berichten vom Wochenende mit dem syrischen Erdölministerium über den Abschluss des Rückzugs. Im Kern geht es um rund 200 Millionen Dollar, die der syrische Staat noch aus technischer Unterstützung und Produktionsfinanzierung schuldet — Leistungen, die Shell vor der Einstellung des Betriebs 2012 infolge internationaler Sanktionen erbracht hatte. Mit dem Abschluss dieser Verhandlungen endet eine jahrzehntelange Präsenz im syrischen Energiesektor.
Rückkäufe laufen, Zahlen stehen an
Das laufende Aktienrückkaufprogramm läuft unverändert weiter. Am vergangenen Freitag kaufte Shell knapp 2,74 Millionen eigene Aktien zurück — über die Londoner Börse und Euronext Amsterdam. Das Programm läuft noch bis zum 1. Mai 2026 und ist Teil der „Value over Volume“-Strategie, mit der das Management die Bewertungslücke zu US-Konkurrenten schließen will.
Den nächsten harten Prüfstein liefert der 7. Mai: Dann veröffentlicht Shell die Ergebnisse für das erste Quartal 2026 samt Dividendenankündigung. Analysten werden dabei vor allem auf den freien Cashflow schauen — und darauf, wie sich der zuvor gemeldete Mittelabfluss von bis zu 15 Milliarden Dollar auf das Tempo künftiger Rückkäufe auswirkt. Das AGM folgt am 19. Mai in London.
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