Shell ordnet sein globales Geschäft neu. Der Energiekonzern baut seine Gasförderung in der Karibik massiv aus. Parallel plant das Management einen Milliarden-Verkauf in Südafrika. Diese Schritte fallen in ein erstes Quartal mit starken operativen Kontrasten.
Starker Handel federt Produktionsdelle ab
Shell erwartet für das erste Quartal 2026 deutlich höhere Gewinne im Ölhandel. Die hohe Marktvolatilität durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten treibt diese lukrative Entwicklung.
Allerdings sinkt die Gasproduktion im gleichen Zeitraum. Ausfälle in Katar belasten die Bilanz. Dort verzeichnete der Konzern Schäden an der wichtigen Pearl-GTL-Anlage. Das starke Handelsgeschäft fängt diese Produktionsdelle jedoch teilweise auf. Die Börse honoriert diese robuste Aufstellung. Aktuell notiert die Aktie bei 38,88 Euro. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von knapp 21 Prozent auf der Anzeigetafel. Der RSI-Wert von 30,9 signalisiert eine fast überverkaufte Situation.
Milliarden-Exit und Karibik-Expansion
Abseits des Tagesgeschäfts treibt Shell den Umbau seines Portfolios voran. Der Konzern verhandelt mit der Abu Dhabi National Oil Co. über einen vollständigen Rückzug aus dem südafrikanischen Tankstellengeschäft. Es geht um den Verkauf von 600 Standorten. Dieser Deal hat ein Volumen von rund einer Milliarde US-Dollar. Ein Abschluss könnte noch im laufenden Quartal erfolgen.
Im gleichen Schritt baut Shell sein Gasgeschäft in Südamerika aus. Das Unternehmen übernimmt den Betrieb des Loran-Gasfeldes in Venezuela. Das geförderte Gas fließt künftig zur Weiterverarbeitung nach Trinidad. Dieser strategische Zug sichert die Auslastung des dortigen LNG-Projekts. Zuvor hatte die Anlage mit massiven Kapazitätsengpässen gekämpft.
Aktienrückkäufe stützen den Kurs
Aktionäre profitieren derweil von direkten Kapitalrückflüssen. Shell setzt sein laufendes Aktienrückkaufprogramm konsequent fort. Mitte April vernichtete das Unternehmen weitere 747.124 Anteilscheine an verschiedenen europäischen Handelsplätzen. Diese Käufe laufen noch bis zum 1. Mai 2026. Sie reduzieren die Gesamtzahl der Aktien und stützen den Gewinn je Aktie.
Hinzu kommen langfristige Einnahmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. Ein neuer Neunjahresvertrag mit dem britischen Versorger Evolve Energy sichert den Absatz von jährlich 112 Gigawattstunden Strom aus dem Offshore-Windpark Race Bank bis zum Jahr 2035.
