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Shell Aktie: Rückzug unabdingbar?

Shell korrigiert Gewinnerwartungen nach unten, da das Gasgeschäft einbricht und die Chemiesparte Verluste schreibt. Positive Signale kommen aus dem Upstream-Bereich.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Gewinnwarnung aufgrund schwacher Gas- und Chemieergebnisse
  • LNG-Produktion und Handelsergebnisse unter Erwartungen
  • Upstream-Geschäft zeigt leichte Verbesserungen
  • Marketingbereich verzeichnet steigende Erträge

Der Energieriese Shell steckt in turbulentem Fahrwasser. Eine überraschende Gewinnwarnung für das zweite Quartal hat die Märkte aufgeschreckt – und die Aktie unter Druck gesetzt. Die Gründe: Einbrechende Gasgeschäfte und rote Zahlen in der Chemiesparte. Doch es gibt auch Lichtblicke.

Gasgeschäft bricht ein

Der Haupttreiber für die Gewinnwarnung sind die enttäuschenden Ergebnisse im lukrativen Gasgeschäft. Die Handelsergebnisse im integrierten Gassegment fallen deutlich schwächer aus als erwartet. Gleichzeitig kämpft die Chemiesparte mit operativen Problemen – insbesondere ungeplante Wartungsarbeiten im US-Werk Monaca haben hier zu einem erwarteten Verlust geführt.

Die Folgen sind konkret:

  • Die LNG-Produktionsprognose wurde auf 6,4 bis 6,8 Millionen Tonnen gesenkt
  • Die Handelsergebnisse im Gassegment fallen "deutlich schwächer" aus als im Vorquartal
  • Analysten korrigieren ihre Nettoeinkommensprognosen teils drastisch nach unten – bis auf 3,6 Milliarden Dollar

Licht und Schatten

Doch nicht alle Bereiche schwächeln. Im Upstream-Geschäft hat Shell die Untergrenze der Produktionsprognose sogar leicht angehoben – auf nun 1,66 bis 1,76 Millionen Barrel Öläquivalent pro Tag. Allerdings belastet eine Explorationsabschreibung von rund 200 Millionen Dollar das Ergebnis.

Eindeutig positiv entwickelt sich das Marketinggeschäft mit steigenden bereinigten Erträgen. Auch die Verkaufsmengen liegen mit 2,6 bis 3,0 Millionen Barrel pro Tag im soliden Bereich. Die Sparte Erneuerbare Energien bleibt dagegen ein unsicheres Pflaster – hier rechnet Shell mit einem Ergebnis zwischen minus 400 und plus 200 Millionen Dollar.

Die große Frage nun: Ist dies nur eine vorübergehende Delle oder der Beginn einer anhaltenden Schwächephase? Die endgültige Antwort darauf werden die am 31. Juli veröffentlichten Quartalszahlen liefern. Bis dahin dürften die Anleger nervös bleiben.

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Diskussion zu Shell

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.