Shell hat die Übernahme von ARC Resources heute vollzogen. Alle nötigen Genehmigungen von Aktionären, Gerichten und Regulierungsbehörden liegen vor – der kanadische Öl- und Gaskonzern wechselt damit endgültig den Besitzer.
Der Deal ist kein kleiner Nebenschauplatz. ARC-Aktionäre erhalten je Anteil 8,20 kanadische Dollar in bar sowie 0,40247 Shell-Aktien. Auf Basis des Shell-Schlusskurses von 34,43 britischen Pfund ergibt sich daraus ein Eigenkapitalwert von rund 13,9 Milliarden Dollar. Zusammen mit übernommenen Nettoschulden und Leasingverbindlichkeiten von etwa 2,5 Milliarden Dollar steigt der Unternehmenswert auf rund 16,5 Milliarden Dollar.
Wie Shell die Übernahme finanziert
Die Kaufsumme setzt sich aus zwei Bausteinen zusammen: 3,3 Milliarden Dollar in bar und 10,6 Milliarden Dollar in neuen Shell-Aktien. Die Aktienlieferung an die früheren ARC-Anteilseigner soll in den Tagen nach dem heutigen Stichtag erfolgen.
Mit ARC sichert sich Shell zusätzliche Fördermenge von rund 370.000 Barrel Öläquivalent pro Tag aus Liquids- und Gasproduktion in British Columbia und Alberta.
Der Konzern rechnet dadurch mit einem jährlichen Produktionswachstum von etwa 4 Prozent bis 2030, verglichen mit dem Niveau von 2025. Vorstandschef Wael Sawan sprach davon, die Übernahme erhöhe Shells Zugang zu langlebiger, kostengünstiger Flüssigförderung und ergänze das bestehende LNG-Geschäft sowie die Downstream-Sparten in Kanada – von Raffinerien über Chemie bis zum Tankstellennetz.
Bemerkenswert ist ein regulatorisches Detail am Rande: Shell hat von den kanadischen Wertpapieraufsichten eine Ausnahmegenehmigung erhalten, die es dem Konzern erlaubt, eigene Aktien über Marktplätze außerhalb Kanadas zurückzukaufen, ohne die dortigen Formvorschriften für Issuer Bids zu erfüllen. Voraussetzung ist, dass Shell-Aktien nicht an einer kanadischen Börse notiert sind und Kanadier nicht mehr als 10 Prozent der Anteile halten.
Shell erwartet aus dem ARC-Zukauf zweistellige Renditen und einen positiven Effekt auf den freien Cashflow je Aktie – allerdings erst ab 2027. Bis dahin steht die operative Integration der ARC-Mannschaft und ihrer Montney-Expertise im Vordergrund, mit der Shell sein kanadisches Fördergeschäft strukturell ausbaut.
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