Shell treibt sein Geschäft auf zwei Kontinenten voran – und setzt dabei unterschiedliche Prioritäten. Während der Energiekonzern in der britischen Nordsee bestehende Verträge verlängert, plant er in Südamerika eine Großinvestition. Für 2026 sind offenbar 700 Millionen Dollar für argentinische Schieferöl-Projekte vorgesehen. Die Strategie zeigt: Shell setzt auf Wachstum in unkonventionellen Lagerstätten, während gleichzeitig Fragen zur langfristigen Reservenbasis des Konzerns aufkommen.
Nordsee-Partnerschaft ausgebaut
Shell U.K. hat den Servicevertrag mit dem Engineering-Unternehmen Wood um 16 Monate verlängert. Mehr als 150 Spezialisten von Wood werden weiterhin technische Unterstützung, Wartung und operative Dienstleistungen für wichtige Anlagen in der südlichen Nordsee liefern.
Konkret geht es um die Offshore-Gasplattformen Leman und Sole Pit sowie die zugehörigen Installationen und die Bacton Gas Plant in Norfolk. Diese Anlagen gelten als wichtige Stützen der britischen Energieinfrastruktur. Die Zusammenarbeit besteht seit 2021 – die Belegschaft vor Ort ist seitdem um 25 Prozent gewachsen.
700 Millionen Dollar für Vaca Muerta
Deutlich ambitionierter sind die Pläne in Argentinien. Laut aktuellen Berichten will Shell 2026 rund 700 Millionen Dollar in die Vaca Muerta-Formation investieren. Das Schiefergestein zählt zu den größten unkonventionellen Lagerstätten weltweit.
Shell hält mehrere Beteiligungen in Vaca Muerta und fördert derzeit etwa 46.000 Barrel Öl pro Tag sowie 10.000 Barrel Öläquivalent an Gas. Die geplante Investition folgt auf Spekulationen über einen möglichen Verkauf der argentinischen Schieferöl-Assets – Spekulationen, die das Management zuletzt zurückgewiesen hatte. Die Entscheidung für die Kapitalspritze deutet auf ein klares Bekenntnis zur Region hin, zumal Argentinien seine Energieexporte ausbauen will.
Strategische Herausforderungen
Die operativen Vorstöße erfolgen vor dem Hintergrund strategischer Fragen. Die nachgewiesenen Reserven von Shell reichen Berichten zufolge nur noch für knapp acht Jahre – ein kritischer Wert für die langfristige Planungssicherheit. Beobachter sehen darin einen Hinweis darauf, dass der Konzern in den kommenden Jahren eine mögliche Produktionslücke schließen muss.
Parallel läuft ein Schiedsverfahren gegen die Niederlande wegen der Schließung des Groningen-Gasfelds. Shell fordert Entschädigung für entgangene Einnahmen und Kosten. Zudem hat der Konzern Anfang Februar ein Aktienrückkaufprogramm über 3,5 Milliarden Dollar gestartet. Das 2050-Netto-Null-Ziel bleibe vom Tempo der gesellschaftlichen Energiewende abhängig, so das Unternehmen.
Stand heute, 28. September: Shell – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Shell investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 28. September gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.
