Shells Quartalsbericht für Q1 2026 zeigt ein zweigeteiltes Bild: Während der Nahost-Konflikt die Gasproduktion belastet, profitiert der Konzern gleichzeitig von der dadurch ausgelösten Marktvolatilität. Das Öl-Trading und starke Raffineriemargen gleichen die Verluste zumindest teilweise aus.
Gasproduktion unter Druck, Trading im Aufwind
Die Integrated-Gas-Sparte leidet unter den Folgen des Nahost-Konflikts. Konkret beschädigte der Konflikt die Qatari Pearl Gasanlage, was die Produktionserwartungen für Q1 2026 auf 880 bis 920 kboe/d drückt — nach 948 kboe/d im Vorquartal.
Auf der Gegenseite sorgt genau diese geopolitische Lage für Rückenwind im Trading. Die Schließung der Straße von Hormuz trieb die Ölhandelsmargen nach oben, und die Raffineriemarge stieg auf 17 Dollar je Barrel — gegenüber dem zuvor erwarteten Wert von 14 Dollar. Die Marketinggewinne sollen zudem deutlich über dem Niveau von Q1 2025 liegen.
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LNG Canada als Puffer
Einen Teil des Qatar-Ausfalls kompensiert Shell über LNG Canada. Die Flüssiggas-Verflüssigungsvolumina werden auf 7,6 bis 8,0 Millionen Tonnen geschätzt, gestützt durch den Hochlauf von Train 2, der im November 2025 die Produktion aufnahm. Zusätzlich unterzeichnete Shell im Februar 2026 eine Absichtserklärung mit METLEN zur Lieferung von 0,5 bis 1,0 Mrd. Kubikmeter Gas jährlich in den Jahren 2027 bis 2031 — mit Zugang zu griechischen Regasifizierungsanlagen und weiteren europäischen Märkten über den sogenannten Vertical Gas Corridor.
Piper Sandler erhöht Schätzungen
Nach dem Trading-Update hat Piper Sandler seine Gewinnschätzungen für Q1 2026 angehoben: auf 2,36 Dollar je Aktie und 17,1 Milliarden Dollar EBITDA, gegenüber zuvor 2,17 Dollar und 16,1 Milliarden Dollar. Das Overweight-Rating und das Kursziel von 106 Dollar bleiben bestätigt. Als zentrales Thema für den Earnings Call am 7. Mai nennt die Bank die Dauer der Nahost-Ausfälle und die Frage, ob das Integrated-Gas-Geschäft die aktuelle Marktenge nutzen kann.
Die Shell-Aktie hat sich in diesem Jahr bereits deutlich entwickelt und notiert rund 46 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief vom April 2025. Der Konsens von 26 Analysten lautet auf „Moderater Kauf“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 93,19 Dollar. Shell setzt unterdessen sein laufendes Aktienrückkaufprogramm fort, das noch bis zum 1. Mai 2026 läuft.
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