Shell hat im zweiten Quartal 2026 einen bereinigten Gewinn von 9,84 Milliarden Dollar erzielt und damit die Markterwartungen deutlich übertroffen. Analysten hatten im Konsens mit einer Spanne von 8,8 bis 8,9 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern nur 4,26 Milliarden Dollar verdient – der Gewinn hat sich damit mehr als verdoppelt.
Treiber der starken Zahlen waren eine Rekordauslastung der Raffinerien sowie steigende Öl- und Gaspreise im Zuge der Krise im Nahen Osten. Die operative Stärke zeigt sich auch in weiteren Kennzahlen: Das bereinigte EBITDA lag bei 20,7 Milliarden Dollar, der freie Cashflow erreichte 17,5 Milliarden Dollar. Der operative Cashflow von 21,4 Milliarden Dollar wurde zusätzlich durch einen Working-Capital-Zufluss von 3,4 Milliarden Dollar gestützt.
Schuldenabbau und neue Kapitalrückführung
Parallel zur Ergebnisverbesserung hat Shell seine Nettoverschuldung von 52,6 Milliarden Dollar im ersten Quartal auf 41,8 Milliarden Dollar gedrückt. Die Verschuldungsquote verbesserte sich auf einen Bereich von 18,7 bis 19 Prozent. Damit stärkt der Konzern seine Bilanz, während er gleichzeitig Kapital an Aktionäre zurückgibt.
Am 30. Juli kündigte Shell ein weiteres Rückkaufprogramm über 3 Milliarden Dollar an – bereits die 19. Runde in Folge mit mindestens diesem Volumen. Das Programm bewegt sich im Rahmen der Ausschüttungspolitik, die 40 bis 50 Prozent des operativen Cashflows über den Zyklus hinweg vorsieht.
Die Kapitalausgaben für 2026 bleiben bei 24 bis 26 Milliarden Dollar, inklusive der Übernahme von ARC Resources, deren Aktionäre die Transaktion Mitte Juli genehmigt haben. Der Abschluss wird im dritten Quartal erwartet und soll das Produktionswachstum bis 2030 auf eine jährliche Wachstumsrate von 4 Prozent heben.
Für das laufende dritte Quartal stellt Shell eine Produktion im Bereich Integrated Gas von 570 bis 630 Tausend Barrel Öläquivalent pro Tag in Aussicht, bei einer LNG-Verflüssigung von 7,1 bis 7,7 Millionen Tonnen. Die Raffinerieauslastung soll zwischen 93 und 101 Prozent liegen.
Dividende und Führungskräfte
Der Aufsichtsrat hat für das zweite Quartal eine Dividende von 0,3906 US-Dollar je Aktie beschlossen. Der Ex-Dividenden-Tag lag am 13. August, das Rekorddatum am 14. August, die Zahlung ist für den 21. September terminiert. CEO Wael Sawan und Finanzchefin Sinead Gorman haben Anfang Juli im Rahmen des Dividend-Reinvestment-Programms Aktien erworben – Sawan zu Kursen von 33,9265 Euro sowie 28,87677 Pfund je Aktie, Gorman zu 28,87677 Pfund.
Kursreaktion am Markt
Die Aktie notierte am Freitag bei 39,94 Euro, ein minimales Minus von 0,2 Prozent im Tagesverlauf. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 2,4 Prozent zu Buche. Seit Jahresbeginn hat das Papier um 28 Prozent zugelegt und damit deutlich stärker als der breite Markt performt.
Zum 52-Wochen-Hoch von 41,32 Euro, das Ende März erreicht wurde, fehlen der Aktie derzeit noch 3,3 Prozent – ein Zeichen dafür, dass die starken Quartalszahlen und die laufenden Rückkäufe das Vertrauen der Anleger gestärkt haben, ohne bereits neue Höchststände zu markieren.
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