Shell schließt nach mehr als 120 Jahren sein südafrikanisches Tankstellennetz — und der potenzielle Käufer kommt aus Abu Dhabi. Der britisch-niederländische Ölkonzern befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen mit ADNOC über einen Verkauf für rund eine Milliarde Dollar.
Rückzug aus dem Einzelhandel
ADNOC hat sich als bevorzugter Bieter durchgesetzt, nachdem frühere Gespräche mit dem Rohstoffhändler Gunvor gescheitert waren. Shell betreibt in Südafrika rund 600 Tankstellen über seine Tochter Shell Downstream SA, an der das schwarze Empowerment-Unternehmen Thebe Investment Corporation mit 28 Prozent beteiligt ist. Ein Abschluss könnte noch in diesem Quartal erfolgen — sofern die südafrikanische Wettbewerbsbehörde zustimmt und die BEE-Anforderungen erfüllt werden. Obendrein könnte ein Vorkaufsrecht von BP für ein Tanklager in Durban die Logistikplanung verkomplizieren.
Für Shell ist der Schritt Teil einer klaren Strategie: weg von margenschwachem Downstream-Geschäft, hin zu LNG, Upstream und integriertem Gas. Für ADNOC hingegen passt der Deal in ein milliardenschweres Expansionsprogramm — der Staatskonzern plant zwischen 2026 und 2030 Investitionen von 150 Milliarden Dollar, um seine globale Präsenz auszubauen.
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Gasproduktion unter Druck
Ausgerechnet jetzt kämpft Shell mit erheblichen Produktionsausfällen im Gasgeschäft. Ein Angriff auf die Industriestadt Ras Laffan in Katar am 18. März löste einen Brand in der Pearl-GTL-Anlage aus — der weltgrößten Gas-to-Liquids-Anlage mit einer Kapazität von 140.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Zug eins blieb unbeschädigt, Zug zwei benötigt nach erster Einschätzung rund ein Jahr zur vollständigen Reparatur.
Die Folgen sind spürbar: Shell erwartet für das erste Quartal 2026 eine Gasproduktion von 880.000 bis 920.000 Barrel Öläquivalent pro Tag — ein deutlicher Rückgang gegenüber 948.000 im Vorquartal. Teilweise abgefedert wird das durch das Handelsgeschäft: Die indikative Raffineriemarge stieg auf 17 Dollar pro Barrel, und die Marketing-Ergebnisse sollen deutlich über dem Vorjahresniveau liegen.
Rückkaufprogramm läuft, Quartalszahlen nahen
Das laufende Aktienrückkaufprogramm, das Morgan Stanley seit dem 5. Februar 2026 unabhängig ausführt, bleibt aktiv. Am 7. Mai legt Shell die vollständigen Q1-Ergebnisse vor — dann wird sich zeigen, wie stark die Qatar-Ausfälle das Gesamtbild belasten. Die Shell-Aktie notiert aktuell bei 37,97 Euro und liegt damit rund 18 Prozent im Plus seit Jahresbeginn, aber noch gut sechs Prozent unter dem Jahreshoch vom April.
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