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Shell: ADNOC-Deal für Südafrika-Netz

Der Ölkonzern schließt sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm ab und plant den Verkauf des Südafrika-Geschäfts an ADNOC.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Letzte Phase des 3,5-Milliarden-Rückkaufs
  • Raffineriemarge steigt auf 17 Dollar
  • Produktion bei Integrated Gas sinkt
  • Verkauf von 600 Tankstellen an ADNOC

Bei Shell enden in diesen Tagen gleich zwei Kapitel. Das aktuelle milliardenschwere Aktienrückkaufprogramm läuft aus. Parallel dazu steht der Energiekonzern vor dem Abschied aus dem südafrikanischen Tankstellengeschäft – nach über 120 Jahren Präsenz vor Ort. Vor den anstehenden Quartalszahlen im Mai bewerten Investoren nun, wie diese Einschnitte zur jüngsten Kursrally passen.

Aktienrückkäufe auf der Zielgeraden

Das laufende Rückkaufprogramm über 3,5 Milliarden US-Dollar befindet sich in der finalen Phase. Bis zum 1. Mai erwirbt eine unabhängige Bank die letzten Tranchen über verschiedene europäische Handelsplätze. Für Shell markiert dies das 17. Quartal in Folge mit massiven Aktienrückkäufen.

Diese stetige Kapitalrückführung stützt den Kurs spürbar. Auf Jahressicht verzeichnet das Papier ein Plus von knapp 34 Prozent und notiert aktuell bei gut 38 Euro. Die Bewertung bleibt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 dennoch moderat.

Margen steigen, Produktion sinkt

Operativ zeigt der Vorabbericht für das erste Quartal ein gemischtes Bild. Im Chemie- und Produktgeschäft rechnet das Management mit einer steigenden Raffineriemarge von 17 US-Dollar je Fass. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 14 Dollar.

Im Bereich Integrated Gas drosselt der Konzern hingegen das Tempo. Die Produktion sinkt voraussichtlich auf bis zu 880.000 Barrel Öläquivalent pro Tag. Geringere Volumina aus Katar belasten hier das Ergebnis, während das LNG-Projekt in Kanada erst langsam hochfährt.

Ein drastischer Effekt zeigt sich beim Working Capital. Shell kalkuliert für das Auftaktquartal mit negativen Bewegungen von bis zu 15 Milliarden Dollar. Extreme Preisschwankungen bei Rohstoffen wirken sich massiv auf Lagerbestände und Forderungen aus. Hinzu kommt ein Anstieg der nicht-baren Nettoverschuldung durch variable Leasingraten in der Schifffahrt.

Rückzug aus Südafrika

Abseits des Tagesgeschäfts treibt der Vorstand den Umbau des Portfolios voran. Shell verhandelt in fortgeschrittenem Stadium mit der staatlichen Ölgesellschaft ADNOC aus Abu Dhabi über den Verkauf seiner südafrikanischen Tankstellen. Ein Abschluss könnte noch im laufenden Quartal erfolgen, nachdem frühere Gespräche mit der Gunvor Group gescheitert waren.

Der geplante Deal umfasst knapp 600 Servicestationen. Das entspricht rund zehn Prozent des nationalen Marktes. Marktbeobachter taxieren den Wert der Transaktion auf etwa eine Milliarde Dollar. Shell setzt damit seine Strategie fort, sich von margenschwächeren Endkundengeschäften zu trennen und den Fokus auf Flüssiggas und das Upstream-Segment zu legen.

Am 7. Mai veröffentlicht Shell die vollständigen Quartalszahlen. Der Bericht wird konkrete Daten dazu liefern, wie sich die geopolitischen Risiken im Nahen Osten und die schwankenden Rohstoffpreise auf den Cashflow ausgewirkt haben. An den langfristigen Vorgaben hält das Management fest: Die Investitionsausgaben für das Jahr 2026 sind strikt auf 20 bis 22 Milliarden Dollar gedeckelt.

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