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ServiceNow: May 4 als Wendepunkt nach Crash

Trotz solider Quartalszahlen und angehobener Prognose erlebt ServiceNow den schwersten Kurssturz der Firmengeschichte. Der Markt fordert mehr Transparenz.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Schwerster Tageseinbruch der Firmengeschichte
  • Quartalszahlen übertreffen Erwartungen knapp
  • Unsicherheit über organische Wachstumsdynamik
  • Financial Analyst Day als Vertrauenstest

ServiceNow lieferte im ersten Quartal 2026 ein klassisches Beat-and-Raise-Quartal — und die Aktie brach trotzdem um 18 Prozent ein. Schlimmer war es noch nie an einem einzigen Tag. Freitag folgte eine Teilerhohlung, aber die eigentliche Antwort des Marktes kommt erst am Montag.

Warum der Markt nicht beeindruckt war

Die Zahlen sahen auf den ersten Blick solide aus. ServiceNow erzielte einen bereinigten Gewinn je Aktie von 97 Cent — einen Cent über den Erwartungen. Der Umsatz lag bei 3,77 Milliarden Dollar, leicht über dem Konsens. Die Non-GAAP-Betriebsmarge stieg auf 32 Prozent. Das Unternehmen hob die Jahresziele an.

Trotzdem reagierte der Markt mit dem schwersten Tageseinbruch der Unternehmensgeschichte. Der Grund liegt im Detail. Die aktuellen verbleibenden Leistungsverpflichtungen — kurz cRPO — stiegen zwar um 22,5 Prozent auf 12,64 Milliarden Dollar. Analysten fragten jedoch, wie viel davon organisch war. Die Armis-Akquisition verzerrt das Bild. Solange das unklar bleibt, ist die angehobene Guidance schwer einzuordnen.

CFO Gina Mastantuono räumte ein, dass die Kursreaktion auf mangelnde Transparenz bei den anorganischen Beiträgen zurückgehen dürfte.

Kursziele fallen, Kaufempfehlungen bleiben

Der Einbruch zog eine Welle von Kurszielsenkungen nach sich. BMO Capital kappte das Ziel von 120 auf 115 Dollar, behielt aber das Outperform-Rating. Needham senkte auf 115 Dollar, BTIG auf 150, Mizuho auf 140, Wolfe Research auf 125. DA Davidson blieb bei Buy und senkte das Ziel auf 190 Dollar. Piper Sandler ebenfalls Buy, neues Ziel 140 Dollar.

Die pessimistischste Einschätzung kam von KeyBanc. Analyst Jackson Ader hält an seinem Sell-Rating fest und senkte das Ziel auf 85 Dollar — mit Verweis auf Verzögerungen bei Deals im Nahen Osten, einen unterdurchschnittlichen cRPO-Beat und Margendruck.

Starke Einzelsignale, trübes Gesamtbild

Einige operative Kennzahlen waren bemerkenswert stark. Die Zahl der Kunden mit mehr als fünf Millionen Dollar Jahresvertragswert wuchs um rund 22 Prozent auf 630. Transaktionen über fünf Millionen Dollar im Neugeschäft stiegen um fast 80 Prozent. Das Neukundenwachstum legte um mehr als 50 Prozent zu — inklusive des nach eigenen Angaben größten Neukunden-Deals der Unternehmensgeschichte mit über 15 Millionen Dollar.

Die Erneuerungsrate lag bei 97 Prozent. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet ServiceNow nun Abonnementumsätze zwischen 15,735 und 15,775 Milliarden Dollar — ein Wachstum von 22 bis 22,5 Prozent.

Financial Analyst Day als nächster Prüfstein

Am Montag, dem 4. Mai, veranstaltet ServiceNow seinen Financial Analyst Day in Las Vegas. Das Management will dort konkrete Ziele für KI-Umsätze nennen und mehr Klarheit über die organische Wachstumsdynamik liefern. Investoren erwarten außerdem Details zum Tempo der Armis-Integration und einen glaubwürdigen Pfad zur Margenausweitung ab 2027.

Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief von 81,24 Dollar. Der Analyst Day ist damit kein reguläres Investorenevent — er ist die erste echte Chance des Managements, das Vertrauen zurückzugewinnen.

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