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ServiceNow: Armis senkt Betriebsmarge um 75 Punkte

ServiceNow verzeichnet trotz Umsatz- und Gewinnsteigerungen den größten Tagesverlust der Firmengeschichte. Geopolitische Risiken und Margendruck belasten die Aktie.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Größter Kursverlust der Unternehmensgeschichte
  • Umsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen
  • Geopolitische Konflikte verzögern Aufträge
  • Aktienrückkauf über fünf Milliarden Dollar

Bessere Zahlen als erwartet, trotzdem bricht der Kurs ein. ServiceNow erlebte nach den Ergebnissen für das erste Quartal 2026 einen historischen Ausverkauf. Die Aktie stürzte um rund 18 Prozent ab. Das ist der größte Tagesverlust in der Geschichte des Softwarekonzerns. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf über 45 Prozent.

Dabei stimmten die reinen Geschäftszahlen. Der Umsatz stieg auf knapp 3,8 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Wall Street leicht. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 97 Cent knapp über den Prognosen. Die Abonnementeinnahmen wuchsen währungsbereinigt um 19 Prozent.

Geopolitik verzögert Großaufträge

Der Auslöser für den Kurssturz lag in den Details. Das Management meldete Probleme bei Vertragsabschlüssen im Nahen Osten. Der dortige Konflikt verzögerte mehrere große On-Premise-Deals. Das kostete beim Wachstum der Abonnementeinnahmen rund 75 Basispunkte.

CEO Bill McDermott erklärte das Problem offen. Bei souveränen Cloud-Lösungen in dieser Region verbuche man alles als On-Premise-Umsatz. Dieser Umsatz falle auf einen Schlag an und verteile sich nicht über die Zeit. Einige dieser verzögerten Deals konnte ServiceNow immerhin bereits im zweiten Quartal abschließen.

Margendruck durch Zukauf

Parallel dazu belastet die Übernahme von Armis die Profitabilität. Die Integration drückt die operative Marge im Gesamtjahr voraussichtlich um 75 Basispunkte. Allein im zweiten Quartal rechnet das Management mit einem Rückgang um 125 Basispunkte.

Die Folge: Die Prognose für die Bruttomarge enttäuschte. Das Unternehmen peilt hier 81,5 Prozent an. Analysten hatten mit 82,1 Prozent gerechnet. Um den Kurs zu stützen, greift ServiceNow tief in die Kasse. Der Vorstand genehmigte ein neues Aktienrückkaufprogramm über fünf Milliarden US-Dollar.

Analysten streichen Kursziele

Die Wall Street reagierte prompt auf den Margendruck. Reihenweise senkten Banken ihre Kursziele. Goldman Sachs reduzierte den fairen Wert von 188 auf 163 US-Dollar. Jefferies und Piper Sandler zogen nach. Der Ausverkauf zog auch andere Softwarewerte wie Salesforce und Oracle mit nach unten.

Trotz der Kürzungen bleiben die meisten Experten optimistisch. Von 46 erfassten Analysten raten 39 weiterhin zum Kauf der Aktie. Sie verweisen auf die starke Position des Unternehmens bei Künstlicher Intelligenz. Das KI-Produkt „Now Assist“ erreicht bereits wichtige Umsatzziele.

Der nächste wichtige Termin steht kurz bevor. Am 4. Mai lädt ServiceNow zum Analystentag. Dort muss das Management den Weg zur Monetarisierung der KI-Lösungen aufzeigen. Die Basis dafür steht. Der Konzern hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 gerade erst leicht an.

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Diskussion zu ServiceNow

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.