ServiceNow meldet eine weitreichende KI-Partnerschaft mit OpenAI – und markiert gleichzeitig ein neues 52-Wochen-Tief an der Börse. Strategische Zukunftsfantasie und schwache Kursentwicklung prallen damit direkt aufeinander. Wie ordnet der Markt diese Kombination aus AI-Offensive und deutlich angeschlagener Aktie ein?
Erweiterte KI-Partnerschaft mit OpenAI
ServiceNow und OpenAI haben eine mehrjährige, deutlich ausgebaute Zusammenarbeit vereinbart. OpenAI wird dabei als bevorzugter „Intelligence Provider“ in die ServiceNow AI Platform eingebunden. Deren fortgeschrittene Modelle, einschließlich GPT‑5.2, sollen direkt in die Workflows von Unternehmenskunden einfließen.
Ziel ist es, die Einführung leistungsfähiger KI-Agenten in Unternehmen zu beschleunigen und komplexe Automatisierungsszenarien zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf IT, Kundenservice und betrieblichen Abläufen.
Die Kooperation umfasst unter anderem:
- Entwicklung von direkten Speech-to-Speech- und nativen Sprachtechnologien zur Überwindung von Sprachbarrieren
- Einsatz von KI-Agenten, die Kern-IT-Aufgaben übernehmen können, etwa Geräte neu starten oder Daten aus Altsystemen abrufen
- Eine umsatzgebundene Zahlungsverpflichtung von ServiceNow an OpenAI, basierend auf der tatsächlichen Nutzung durch Kunden – ein Schritt hin zu verbrauchsabhängiger KI-Monetarisierung
Auf die Ankündigung reagierte der Markt zunächst positiv: Im vorbörslichen Handel legte die Aktie um mehr als 2 % zu, im laufenden Handel wurde ein Tagesplus von 0,6 % vermeldet – trotz schwächerer Entwicklung im breiteren Software-Sektor.
Schwache Charttechnik überlagert AI-Fantasie
Parallel zur strategischen Meldung zeigt die Kursentwicklung ein deutlich anderes Bild. Im Verlauf des Dienstags erreichte die Aktie ein neues 52‑Wochen-Tief und fiel zeitweise bis auf 126,00 US‑Dollar. Auf Jahressicht summiert sich das Minus damit auf mehr als 16,5 %.
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Auch die technischen Indikatoren senden ein klar negatives Signal. Der Kurs notiert deutlich unter der 50‑Tage- und der 200‑Tage-Linie, was auf einen etablierten Abwärtstrend hinweist. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 19,29 und signalisiert damit einen überverkauften Zustand.
Analysten uneins, Stimmung im Optionsmarkt vorsichtig
Trotz der schwachen Kursentwicklung bleibt die Analystenlandschaft nicht einheitlich. RBC Capital bestätigte nach der OpenAI-Meldung sein „Outperform“-Rating und ein Kursziel von 195 US‑Dollar und sieht in der Partnerschaft einen potenziellen Treiber für nutzungsabhängige Umsätze.
Gleichzeitig haben mehrere Häuser ihre Kursziele zuletzt zurückgenommen:
- UBS senkte auf 170 US‑Dollar
- TD Cowen reduzierte auf 200 US‑Dollar
- Morgan Stanley setzte das Ziel auf 210 US‑Dollar herab
Im Mittel ergibt sich dennoch ein Konsensurteil „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 216,11 US‑Dollar.
Am Terminmarkt dominiert aktuell die Nachfrage nach Put-Optionen gegenüber Calls. Das deutet auf eine eher vorsichtige bis leicht negative Erwartungshaltung im Vorfeld des nächsten Quartalsberichts hin, den ServiceNow für den 28. Januar angekündigt hat.
Ausblick auf die nächsten Wochen
Die Kombination aus strategisch bedeutender KI-Partnerschaft, klar angeschlagenem Chartbild und gemischt-positiven Analysteneinschätzungen macht den anstehenden Zahlenbericht am 28. Januar zu einem wichtigen Termin. Entscheidend wird sein, ob ServiceNow konkrete Anhaltspunkte liefern kann, wie sich die OpenAI-Kooperation mittelfristig in Wachstum und Auslastung der AI-Plattform übersetzen soll und ob die aktuellen Bewertungserwartungen der Analysten damit untermauert werden.
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