Der Siegeszug generativer KI hat den Software-Sektor in den vergangenen Monaten stark unter Druck gesetzt. Auch ServiceNow spürte die Sorge der Anleger, dass neue KI-Agenten klassische Plattformen überflüssig machen könnten. Mit einer Reihe neuer Produktstarts tritt das Unternehmen dieser Erzählung nun aktiv entgegen – und liefert dem Markt damit frische Argumente.
Neue Automatisierungs-Tools im Fokus
Ein zentraler Baustein der aktuellen Strategie ist die am Dienstag vorgestellte Integration mit Vonage. Sprachanrufe im Kundenservice lösen nun direkt automatisierte Workflows in der ServiceNow-Plattform aus. Das System transkribiert das Gespräch, erfasst den Kontext und aktualisiert Datensätze in Echtzeit, ohne dass menschliche Agenten die Plattform verlassen müssen.
Zusätzlich treibt der Konzern die Automatisierung von Unternehmensprozessen voran. Zwei Monate nach der Übernahme von Moveworks startete ServiceNow die Lösung „EmployeeWorks“. Ein neuer KI-Spezialist für den IT-Helpdesk soll Routineaufgaben wie Passwort-Resets oder Software-Freigaben komplett eigenständig bearbeiten. Erste Daten zeigen, dass diese Agenten Probleme deutlich schneller lösen als menschliche Mitarbeiter. Zu den frühen Nutzern zählen bereits Konzerne wie Siemens Healthineers und CVS Health.
Diskrepanz zwischen Kurs und Geschäft
Diese Produktneuheiten treffen auf ein volatiles Marktumfeld. Erst zu Beginn der Woche gab die Aktie im Zuge eines branchenweiten Abverkaufs nach, ausgelöst durch neue Funktionen des Start-ups Anthropic. Seit dem Rekordhoch im Dezember 2024 hat das Papier fast 60 Prozent an Wert verloren. Investoren fürchten die Kannibalisierung des angestammten Geschäfts durch externe KI-Modelle.
Die operativen Zahlen zeichnen allerdings ein robustes Bild. Im Jahr 2025 kletterte der Umsatz um knapp 21 Prozent auf 13,3 Milliarden US-Dollar. Auch die vertraglich zugesicherten, aber noch nicht abgerechneten Umsätze stiegen um 25 Prozent auf 12,85 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Großkunden mit einem jährlichen Vertragsvolumen von über 5 Millionen US-Dollar wuchs um rund ein Fünftel auf 603.
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Wall Street bleibt zuversichtlich
Auf der Wall Street überwiegt angesichts dieser Fundamentaldaten der Optimismus. Die französische Großbank BNP Paribas stufte die Papiere Mitte März von „Neutral“ auf „Outperform“ hoch und hob das Kursziel von 120 auf 140 US-Dollar an. Analyst Stefan Slowinski rechnet damit, dass das organische Umsatzwachstum im Jahr 2026 die bisherigen Prognosen des Managements übertreffen wird.
Das breite Analysten-Feld positioniert sich aktuell wie folgt:
* Kaufen: 40 Analysten
* Halten: 3 Analysten
* Verkaufen: 1 Analyst
* Mittleres Kursziel: 185,00 US-Dollar
Am heutigen Donnerstag honoriert der Markt die operativen Fortschritte, die Aktie erholte sich mit einem Plus von gut zwei Prozent. Die nächste Gelegenheit, die Leistungsfähigkeit der neuen KI-Integrationen im Detail zu demonstrieren und die Lücke zwischen Bewertung und Geschäftsentwicklung zu schließen, bietet sich dem Management in wenigen Wochen. Vom 5. bis 7. Mai 2026 findet die hauseigene Fachkonferenz „Knowledge 2026“ in Las Vegas statt.
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