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Symbolbild, KI-generiert

ServiceNow Aktie: Restrukturierung nötig?

Die ServiceNow-Aktie erreicht ein neues Jahrestief und verliert über 30% seit Jahresbeginn. Hintergrund sind Branchenverkäufe und die Debatte um die Bedrohung klassischer Software-Modelle durch KI.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie fällt auf neues 52-Wochen-Tief
  • Sektorweite Verkaufswelle bei Unternehmenssoftware
  • KI-Debatte um Anthropic-Partnerschaft befeuert Sorgen
  • Analyst senkt Kursziel, Management widerspricht

Der Ausverkauf im Software-Sektor hat ServiceNow voll erwischt. Anleger sorgen sich, dass KI klassische Enterprise-Software-Modelle schneller unter Druck setzen könnte als vielen lieb ist. Genau diese Debatte treibt die Kurse – und sorgt für ungewöhnlich hohe Schwankungen.

Wichtige Fakten kurz zusammengefasst:
– Am Donnerstag fiel die Aktie um 7,6% auf 102,63 US-Dollar.
– Gestern markierte sie ein neues 52‑Wochen-Tief bei 98,94 US-Dollar.
– Seit Jahresbeginn liegt der Titel bei mehr als -30%.
– Am Donnerstag wechselten 32,6 Mio. Aktien den Besitzer (Ø: 12,2 Mio.).

Der Druck kommt aus dem Sektor

ServiceNow ist Teil einer breiten Verkaufswelle bei Unternehmenssoftware. Der WisdomTree Cloud Computing Fund liegt seit Jahresbeginn laut CNBC rund 20% im Minus, allein in der ersten Februarwoche -6,5%. ServiceNow zählt dabei zu den am stärksten getroffenen Namen.

Am Donnerstag eröffnete die Aktie bei 109,26 US-Dollar, rutschte im Tagesverlauf bis auf 101,73 US-Dollar ab und schloss deutlich tiefer. Der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch von 211,48 US-Dollar zeigt, wie stark die Stimmung gedreht hat.

Anthropic befeuert die KI-Sorgen

Neue Funktionen rund um Anthropics Claude-Modelle haben die Disruptionsdebatte neu angeheizt. Laut CNBC sorgte die Veröffentlichung neuer Plugins (u.a. für Recht, Finanzen und Produktmarketing) für Anthropics „Cowork“-Tool am 30. Januar für frische Verkäufe im Software-Sektor.

ServiceNow hatte kurz zuvor, am 28. Januar, eine vertiefte Partnerschaft mit Anthropic gemeldet. Laut dem Unternehmens-Newsroom will ServiceNow Claude-Modelle stärker direkt in zentrale Workflows integrieren und „agentische“ Workflow-Automatisierung für Anwendungsentwicklung und Geschäftsprozesse ausrollen – unter anderem in Branchen wie Gesundheitswesen und Finanzdienstleistungen. Kann das die Sorgen am Markt dämpfen? Zumindest positioniert sich das Unternehmen damit klar als möglicher KI-Profiteur.

Analysten senken Ziele, Management widerspricht

Die Kursrutsche ziehen auch Anpassungen bei Analysten nach sich. Truist-Analyst W. Miller Jump senkte laut TipRanks am Donnerstag sein Kursziel für ServiceNow von 240 auf 175 US-Dollar, blieb aber bei Buy. Als Hintergrund nannte er im Rahmen einer breiteren Branchenanalyse die Verwundbarkeit von Software-Anbietern mit „seat-based“-Geschäftsmodellen gegenüber KI-bedingten Veränderungen.

CEO Bill McDermott hielt dagegen. Laut CNBC seien die Marktsorgen fehlgeleitet; die Produkte von ServiceNow dienten „als semantische Schicht“, die KI im Unternehmen breit nutzbar mache. Unterstützung bekam diese Sicht auch aus der Branche: Ironclad-Chef Dan Springer (ehemals DocuSign) sagte gegenüber CNBC, er habe nichts gesehen, „das dieses Geschäft leicht angreifen“ könne. Box-CEO Aaron Levie sprach zugleich von einem besonders spannenden Moment, verwies aber auf die „kognitive Dissonanz“: KI kann Produkte verbessern, während Investoren gleichzeitig Verdrängung fürchten.

Zum nächsten wichtigen Termin: Die nächsten Quartalszahlen werden laut Yahoo Finance voraussichtlich am 22. April erwartet – bis dahin dürfte die Aktie stark davon abhängen, ob sich die KI-Erzählung im Software-Sektor weiter zuspitzt oder wieder beruhigt.

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