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ServiceNow Aktie: Quartal am 29. Juli erwartet

ServiceNow erholt sich nach volatiler Phase, verliert aber im S&P-500-Ranking. Analysten bleiben trotz gesenkter Kursziele optimistisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurserholung nach schwankungsreicher Woche
  • Rangverlust im S&P 500 durch Cummins
  • KI-Geschäft stützt operative Kennzahlen
  • Hauptversammlung und Quartalsbericht im Blick

Starke Erholung, schwächerer Indexrang: Bei ServiceNow passen Kursbewegung und Bewertungsbild derzeit nicht sauber zusammen. Die Aktie fing sich zum Wochenschluss deutlich, während die gesunkene Marktkapitalisierung im S&P 500 Spuren hinterlässt. Dazu kommen zwei Termine, die den Ton für die nächsten Wochen setzen.

Rebound nach unruhiger Woche

Zum Wochenschluss schloss ServiceNow bei 95,07 Dollar und legte damit rund fünf Prozent zu. Die Aktie hatte zuvor eine volatile Phase hinter sich, in der der Kurs spürbar unter Druck geraten war.

Die Handelsspanne reichte zuletzt von 90,27 bis 96,67 Dollar. Der Schlusskurs lag damit wieder nahe am oberen Ende der kurzfristigen Range. Das signalisiert: Käufer sind zurück, aber der Markt testet erst, wie belastbar diese Erholung ist.

Auch das Handelsvolumen fiel auf. Es lag bei 34,57 Millionen Aktien, während der Durchschnitt zuletzt bei 24,64 Millionen lag. Das ist kein stiller Rebound. Institutionelle Marktteilnehmer scheinen weiter aktiv zu sein.

Der größere Blick bleibt dennoch ernüchternd. In den vergangenen zwölf Monaten bewegte sich die Aktie zwischen 81,24 und 211,48 Dollar. Die aktuelle Erholung ändert also wenig daran, dass ServiceNow weit unter früheren Hochs notiert.

Rangverlust im S&P 500

Ein auffälliges Signal kommt aus der S&P-500-Rangliste nach Börsenwert. Cummins hat ServiceNow auf Rang 117 verdrängt. Das ist kein operatives Urteil, zeigt aber, wie stark die Neubewertung der Aktie inzwischen durchschlägt.

Die Marktkapitalisierung lag Mitte Mai bei rund 91,76 Milliarden Dollar. Auf Jahressicht entspricht das einem Rückgang von mehr als 53 Prozent. Genau hier liegt der Kernkonflikt: Das Unternehmen wächst weiter solide, der Markt zahlt aber nicht mehr dieselben Bewertungsmultiplikatoren wie früher.

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Der Analystenkonsens bleibt trotzdem konstruktiv. Bei 54 Wall-Street-Analysten liegt das mittlere Kursziel bei 140 Dollar. Die Spanne reicht von 85 bis 226 Dollar, das Gesamturteil bleibt stark kaufbetont.

Einzelne Häuser haben ihre Erwartungen nach unten angepasst. Oppenheimer bleibt bei „Outperform“, senkte das Ziel aber auf 130 Dollar. Truist hält an „Buy“ fest und reduzierte das Kursziel auf 125 Dollar. Die Botschaft ist klar: weniger Euphorie, aber kein Bruch mit der Wachstumsstory.

KI-Geschäft stützt die These

Operativ liefert ServiceNow weiterhin Argumente. Der Umsatz lag zuletzt bei rund 13,28 Milliarden Dollar, das Wachstum bewegt sich über mehrere Jahre im niedrigen Zwanziger-Prozent-Bereich. Die Bruttomarge von 77,5 Prozent und eine EBIT-Marge von 17,1 Prozent zeigen, warum die Aktie trotz Kursrutsch nicht einfach als zyklischer Softwarewert behandelt wird.

Auch die Bilanz wirkt robust. Das Verhältnis von Gesamtverschuldung zu Eigenkapital liegt bei 0,19, die Zinsdeckung ist sehr hoch. Das gibt dem Unternehmen Spielraum, weiter in Produktentwicklung und KI-Funktionen zu investieren.

Für 2026 hat das Management die Prognose für Aboerlöse auf knapp 15,8 Milliarden Dollar angehoben. Das entspricht währungsbereinigt einem Wachstum von rund 21 Prozent. Besonders wichtig bleibt Now Assist: Das interne Umsatzziel für assistenzbezogene Erlöse wurde von 1,0 auf etwa 1,5 Milliarden Dollar erhöht.

Kurzfristig rückt die Hauptversammlung am 21. Mai in den Vordergrund. Den härteren Test liefert der Bericht am 29. Juli nach Handelsschluss. Dort zählt vor allem, ob die angepeilten Aboerlöse von rund 3,82 Milliarden Dollar erreichbar bleiben.

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Diskussion zu ServiceNow

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.